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Konrad Klose, Geschichte der Stadt Lüben, Verlag Kühn Lüben, 1924, S. 62/63
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Zinsverschreibung vom 13.1.1497244). Altarherr war 1497
Stephan Peschil; am 24.1.1509245) wurde Johann Czemker in-
vestiert, nachdem sein Vorgänger Sebastian Czymmermann zurück-
getreten war.
6. Altar ohne nähere Bestimmung, gestiftet von Petsche
Knospe; über einen dem Altar gehörigen Zins urkunden die
Ratmänner 26.8.1427246).
7. Altar zu Ehren des hl. Bartholomäus, Laurentius und
der hl. Barbara. Er wurde von dem Diözesanpriester Laurentius
Zamost durch Aussetzung von 12 Mark Zins gestiftet247), die
Katharina Closynne fügte 1 Mark hinzu. Der Stifter wurde als
erster Altarist investiert. Nach seinem Tode sollte der Rat das
Patronat besitzen, der für die erledigte Stelle den Andreas
Sculteti, einen Kleriker der Breslauer Diözese und avunculus des
Stifters präsentieren würde. Wöchentlich waren vier Messen zu
lesen. Altarherr war 1425/33 Laurentius Zamost; 1485 starb der
Altarist Martin Scheide, als Nachfolger wurde 4.6.1485248)
Kaspar Hoffmann vom Rate präsentiert. Er starb 1500. Als Nach-
folger präsentierten die Ratmänner 19.7.1500 Lic. Melchior
Hoffmann249).
8. Altar zu Ehren der Jungfrau Maria, der von dem
Diözesanpriester Nicolaus Minczenberg durch eine Stiftung von
14 Mark Zins unter Zustimmung des Pfarrers Hermann Grow-
rog errichtet wurde. Der Stifter fügte noch seinen Garten jenseits
des Fischteichs vor der Stadt, unter der Herrschaft der Kreuz-
herren gelegen, hinzu. Die landesherrliche und bischöfliche Kon-
firmation erfolgte 9.3.1434250) bezw. 26.6.1434251). Das Patro-
nat erhielten Pfarrer und Rat zu Gunsten des Hebdomadars der
dritten Messe, evtl. des Hochamts oder der ersten und zweiten
Messe. An dem Altar war täglich eine ganze Messe mit sechs
Schülern zu singen, und zwar an den Wochentagen nach der drit-
ten Frühmesse, an den Sonn- und Festtagen vor allen anderen
Messen, zu Ehren der Jungfrau Maria. Der Altarist hatte sich
an den üblichen Prozessionen zu beteiligen. - An demselben Altar
errichtete die Witwe Katharina des Johannes Spiczehanns durch

244 Ebenda 828 13.1.1497.
245 Ebenda 837 24.1.1509.
246 Ebenda 792.
247 Ehrhardt, Presbyterologie IV S. 665 Anm. 22.1.1425 verkauft
der Rat 13 Mark Zins an Laurentius Zamost. - Am 26.1.1433 wird
die Altarstiftung des Priesters vom Bischof konfirmiert. Rep. 3 L.B.W.
793. - cf. auch Diözesan-Archiv Inkorporationsbuch des Bischofs
Konrad II b 1.
248 Rep. 3 L.B.W. 811.
249 Ebenda 832.
250 Ebenda 794.
251 Ebenda 795 u. Diözesan-Archiv Inkorporationsbuch des Bischofs
Konrad II b 1.
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Ueberweisung von 10 Mark Zins ein zweites Ministerium, wozu
der damalige Parochus, der Weihbischof Johannes von Panne-
witz, seine Zustimmung gegeben hatte. Landesherr und Bischof
konfirmierten die Stiftung am 28.11.1440252) bezw. 2.6.1441253).
Die Ratmänner als Patrone sollten das Benefiz einem Priester
verleihen, der den Dienst als Organist versehen könnte. Wöchent-
lich sollten drei Messen gelesen werden: de beata virgine, pro
defunctis fundatoribus, ad libitum. Altarist des ersten Dienstes
wurde 1433 Nicolaus Minczenberg, des zweiten Dienstes 1440
Gabriel Sartoris (Schneider) aus Liegnitz; 1465 fungierte Gregor
Guntersberg254). - Möglicherweise handelt es sich hierbei um den
Altar in der Nonnenkirche, auf dessen Mittelfelde Maria mit dem
Kinde in halber Lebensgröße erhalten ist. Die Flügel zeigen in
Malerei links Dorothea, rechts Barbara, die Predella vier ge-
schnitzte Halbfiguren255).
9. Altar zu Ehren der Jungfrau Maria, Johann Bapt.,
Johann Ev., Hieronymus, Katharina, Barbara, Maria Magda-
lena, Hedwig, gestiftet durch Vermächtnis des Pfarrers Johann
Quossaw256). Das Patronat erhielt der älteste Kaplan, evtl. der
Prediger. An dem Altar waren vier Messen zu lesen. Die bischöf-
liche Konfirmation wurde am 19.8.1465 erteilt. Die Vertreter
des abwesenden Bischofs Jodocus wiesen als ersten Altarherrn
den ältesten Kaplan Erasmus Libenfeld von Preußen ein.
10. Altar der hl. Dreifaltigkeit, der 10.000 Ritter, der 11.000
Jungfrauen. Der Altar befand sich an der Mauer in der Abseite
der Pfarrkirche257). Über die Stifter fehlen die Nachrichten. Er
war aber vor 1446 vorhanden. Am 10.8.1446 (Mittwoch vor
Mariä Himmelfahrt) weist der Rat 6 Mark Zins für den Altar
an258). Altarherr war 1470 Michael Bosse, der in diesem Jahre
als Inhaber des Altars einen Zins auf einem Hause unter den
"Frauenlauben an der Ecke der steinischen Gasse" erhielt. 1475
war Paul Meyßener259), 1482 Erasmus (Libenfeld?) Altarherr260).
11. Altar ohne nähere Bestimmung; gestiftet durch eine Fund-
ation der Hedwig Tyncz, die 10 Mark legierte; darüber existierte
ein Notariatsinstrument des Petrus Fabri de Fors, cleric. Misn.

252 Rep. 3 L.B.W. 798.
253 Ebenda 799 und Diözesan-Archiv a.a.O.
254 Rep. 3 L.B.W. 801.
255 Lutsch a.a.O.
256 Rep. 3 L.B.W. 800. Das dort fehlende Datum ergibt sich
aus der gleichzeitigen Eintragung im Inkorporationsbuche des Bischofs
Jodocus; Diözesan-Archiv II b 2.
257 Rep. 3 L.B.W. 803 18.5.1470.
258 Consignation in O.A. Lüben betr. Pfarrurkunden S. 7 Nr. 26
und Rep. 3 L.B.W. 813.
259 Rep. 3 L.B.W. 804. Urkunde vom 9.6.1475.
Ebenda 807. Urkunde vom 15.4.1482.