Zeitdokument 1943
H. Meier aus Klein Reichen an ihre Tochter in Albert Speers Reichsministerium
NSDAP Lüben 1944














H. Meier schreibt aus Klein Reichen an ihre Tochter Else Meier im Reichsministerium Speer

Sonntag früh den 12ten September 1943,
Meine liebe Else, nun schon wieder eine Karte, man hat immer wieder etwas zu schreiben. Ich habe heute an das Postamt Schönhausen geschrieben, du sei bitte so gut, rufe das Postamt I Bergstr. an und frage, wo das Amt Albrechtstr. hingekommen ist, denn es muß von dort aus gemeldet werden.* Ich kann mich zu sehr ärgern, denn da waren wertvolle Sachen drin. An die Hanni müßtest Du auch schreiben, dass sie das Paket wieder zusammenpacken soll und für den Fall, dass das andere noch kommt, nicht auszupacken. Die sind zu doof. Wo bist Du am Sonntag? Ist in Ebersw. Aussicht? Kindchen, die Reisemarken** sind bis 17. Okt. verlängert. Schicke mir nur bald die Lebensmittelkarten. Kann ich denn Stoff aus Wolle vom Kleid kaufen?
* Offenbar ist ein Paket auf dem Postweg verlorengegangen.
** Reisemarken waren ersatzweise Lebensmittelkarten, die außerhalb des Wohnortest gültig waren.

Absender: H. Meier Kleinreichen Lüben Schles. Land
Ich hab soeben auch eine Karte an Hanni Meiern geschrieben, also brauchst Du nicht zu schreiben. Ist das Beil so wie wir eins im Küchenschrank hatten, ein großes haben wir doch im Keller. Nun sei vielmals gegrüßt und geküßt von Muttel
Wir haben sehr schönes Wetter. Heute kommt Frl. Offer. Das Unterkleid von der Lotte paßt sehr gut.