Bürgermeister Hugo Feige (1883-1943)
Pastor Konrad Feige (1914-1988)














Hugo Feige (1883-1943), Lübens Bürgermeister von 1919-1933

Hugo Feige (1883-1943)
Lübens letzter demokratisch gewählter Bürgermeister

Nach dem Besuch der Volksschule des Königlichen Seminars in Bunzlau besuchte er ab 1897 die Städtische Mittelschule in Liegnitz (Wilhelm-Schule) und erwarb dort das Zeugnis der Reife für Obersekunda. Nach dem Schulabschluß wurde er bei der Regierung in Liegnitz als Regierungs-Civil-Supernumerar eingestellt. Nachdem er die Prüfung zum Regierungs-Sekretär abgelegt hatte, wurde er bei den Landratsämtern in Bunzlau, Goldberg, Görlitz und zuletzt in Bolkenhain als Kreisausschuß-Sekretär eingesetzt. Kurze Zeit darauf wurde er zum Bürgermeister der Stadt Bolkenhain gewählt.

Nachdem der bisherige verdienstvolle Lübener Bürgermeister Otto Faulhaber am 24.3.1919 verstorben war, wurde Hugo Feige zum letzten demokratisch gewählten Bürgermeister von Lüben bestimmt.



Information aus dem Lähner Anzeiger vom 19.8.1919

Er übte dieses Amt 14 Jahre aus, bis er von den Nazis aus dem Amt gejagt und nach dem Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums zwangsweise pensioniert wurde. Er, der ausgesprochener Berufsbeamter war und keiner Partei angehörte, mußte den Bonzen des Naziregimes weichen. Zusammen mit seiner Familie verließ er Lüben. Als Mitglied des Kreisauer Kreises wurde er nach dem 20.7.1944 polizeilich gesucht. Aber da war er schon nicht mehr am Leben.

Hugo Feige hatte am 5.1.1911 Louise Margaretha Bohn geheiratet und mit ihr vier Kinder: Günter, Ingeburg, Konrad und Hildegard. Seinem Enkelsohn, Pastor Michael Feige (1944-2010), verdanke ich die Erlaubnis, sein Foto und seinen Lebenslauf hier zu veröffentlichen. Hugo Feige gehört zu jenen Lübener Persönlichkeiten, die im "Lübener Heimatblatt" niemals gewürdigt worden sind. Zu groß war wohl die Scham über das, was ihm Lübener 1933 angetan hatten.

Ebenso gab Pastor Michael Feige die Erinnerungen seines Vaters Konrad Feige an seine Kindheit und Jugend in Lüben zur Veröffentlichung frei. Darin sind u. a. auch weitere Informationen aus Sicht des Bürgermeistersohnes über die Vorgänge von 1933 nachzulesen. Vor allem aber die lebendige Schilderung von Lübener Persönlichkeiten, Orten und Ereignissen aus dem ersten Drittel des 20. Jahrhunderts.