Zeitzeugnisse aus dem Leben von Frieda Scholz
und Heinrich Hüttner aus Berlin von 1909 bis 1919
Gemeinde Mallmitz














Im Besitz der Familie Thielsch befinden sich ein Briefwechsel zwischen Frieda Scholz aus Lüben/Altstadt und ihrem späteren Ehemann Heinrich Hüttner aus Berlin und weitere Zeitzeugnisse aus beider Leben. Dazu gehören sehr schöne Ansichtskarten von Lüben u. a. mit Anmerkungen über Margarete Leupold, eine bekannte Lehrerin der Höheren Töchterschule, eine Hochzeitszeitung und eine der letzten Amtshandlungen König Wilhelm II., die Verleihung des Titels "Rechnungsrat und Kalkulator" an Heinrich Hüttner am 19. Juni 1918. Herzlichen Dank an Klaus Thielsch für die Erlaubnis zur Wiedergabe der interessanten Zeitdokumente!

21.7.1909 an Fräulein Frieda Scholz - Hochwohlgeboren, Ostseebad Warnemünde, Pension Reischau
Deine liebe Karte noch erhalten. Herzlichen Dank dafür. Wetter sonnig, wenn auch etwas windig. In Vorderheide ist heute Einweisung. Fahre aber nicht, da amtlich viel zu tun. Herzliche Grüße Dein Heinz

Kgl. Kreissekretär Herrn Hüttner, Berlin-Moabit, Paulstr. 34 I b. Kliche
Mallmitz, den 6.1.1910, Lieber Heinz! Habe soeben deine liebe Karte vom 4. erhalten und bedauere sehr, daß du soviel arbeiten mußt. Brauchst du etwa die Lampe, oder fehlt sonst noch etwas, so schreibe es nur, damit ich es Dir schicke. Herzlichste Grüße Deine Frieda

Mallmitz, den 19.4.1910. Mein Lieber Heinz! Habe soeben Deine liebe Karte erhalten und zugleich Nachricht aus Liegnitz. Der Arzt ist mit Vaters Zustand sehr zufrieden gewesen und hat ihm auch erlaubt, ein paar Stunden aufzustehen. Mutter und ich fahren morgen (Donnerstag) rauf. Hoffentlich kann ich Dir Sonnabend recht gute Nachricht mitbringen. Wie hast Du denn zu Hause alles angetroffen? Herzliche Grüße von Mutter und Ernst und Deiner Frieda

Mallmitz, den 30.8.1911. Mein lieber Heinz! Für Deine heutige Karte schönsten Dank. Ich werde Dir am Freitag das Gewünschte mitbringen. Gestern kam schon für Mutter ein Geburtstagsgeschenk aus Liegnitz. Eben fängt es an zu regnen, aber lange wird es ja wieder nicht anhalten. Auf frohes Wiedersehen mit herzlichen Grüßen Deine Fr[ieda]

Tafel-Lied
zur frohen Vermählungs-Feier
des
Fräulein Frieda Scholz
aus Mallmitz
und des
Regierungssekretärs, Leutnant der Reserve
Herrn Heinrich Hüttner
aus Berlin.
Lüben, den 8. September 1910

Leutnant d. Reserve, Herrn Hüttner, Lissa i. Posen, Hotel Reichshalle
Mallmitz, den 3.8.1911, Mein lieber Heinz! Recht schönen Dank für Deine heutige Karte, aus der ich ersehe, daß es Dir gut geht, was mich sehr erfreut. Grete Leupold* traf ich gestern nicht zu Hause an, sie war in Liegnitz im Theater. Heute bekam ich aus Liegnitz einen Brief. Sonntag erhältst Du ein längeres Schreiben. Herzliche Grüße Deine Fr[ieda]

* Margarete Leupold (1886-1977), Gutsbesitzertochter aus Mallmitz, war anfangs Lehrerin an der Höheren Töchterschule, später am Gymnasium.

Leutnant d. Reserve, Herrn Hüttner, Lissa i. Posen, Hotel Reichshalle
Mallmitz, den 2.8.1911. Mein Lieber Heinz! Schönsten Dank für Deine liebe Karte. Ich freue mich, daß Dich mein Brief so schnell erreicht hat. Heut Nachmittag gehe ich zur Grete Leupold*, da werden wir wohl unsere Gebirgsreise besprechen. Ich hoffe immer, daß es vorher mal regnen würde. Herzliche Grüße Deine Fr[ieda]
Hast Du Dir die Liegn. Zeitung bestellt? Den Roman hebe ich Dir auf!
* Margarete Leupold (1886-1977), Gutsbesitzertochter aus Mallmitz, war anfangs Lehrerin an der Höheren Töchterschule, später am Gymnasium.

WIR WILHELM,

von Gottes Gnaden

König von Preußen u.,

tun kund und fügen hiermit zu wissen, daß WIR Allergnädigst geruht haben, dem Geheimen expedierenden Sekretär und Kalkulator bei dem Ministerium der geistlichen und Unterrichts-Angelegenheiten Heinrich Hüttner den Charakter als Rechnungsrat zu verleihen. Es ist dies in dem Vertrauen geschehen, daß er UNS und UNSERM Königlichen Hause in unverbrüchlicher Treue ergeben bleiben und seine Amtspflichten mit stets regem Eifer erfüllen werde, wogegen er sich UNSERES Allerhöchsten Schutzes bei den mit seinem gegenwärtigten Charakter verbundenen Rechten zu erfreuen haben soll. Auf Grund Allerhöchsten Auftrags urkundlich vollzogen und mit dem Königlichen Insiegel versehen. Berlin, den 19. Juni 1918
Das Staatsministerium. Schmidt


Patent
als Rechnungsrat für den Geheimen expedierenden Sekretär und Kalkulator bei dem Ministerium der geistlichen und Unterrichts-Angelegenheiten Heinrich Hüttner

An Frau Frieda Hüttner, Berlin-Friedenau, Cranachstr. 21/22
Altstadt, den 24.1.1919. Liebe Frieda! Deine Karte habe ich erhalten, worüber ich mich sehr gefreut habe, etwas von Euch zu hören. Was meine Gesundheit angelangt, geht es wieder etwas besser mit den Nervenschmerzen. Ich habe an meinen Arzt geschrieben nach Liegnitz, Herrn Sanitätsrat Geisler. Der hat mir etwas verordnet. Liebe Frieda, es freut mich, daß Ihr Euch wieder gut eingewohnt habt und es Euch gesundheitlich gut geht. Es grüßt Euch alle Deine Tante Ida