Die beiden Lübener Schießstände
Schillerpark














Auf dem Messtischblatt von 1933 sind in der Umgebung von Lüben zwei Schießstände eingezeichnet. Ein kleinerer westlich der Heilanstalt in unmittelbarer Nähe zum großen Exerzierplatz und ein größerer südlich außerhalb der Stadt in der Nähe des Hexenbergs. Ich vermute, dass Willi Stillers Foto von 1915 die Wachhabenden am kleinen Schießstand und ihn selbst (2. von links auf dem Balken) mit seinen Schützenkameraden zeigt, die sich einen Moment lang ausruhen.

Gustav Zingel und die Wandervögel 1917

Schießstand auf dem Messtischblatt 1933

Auf dem Foto links vermerkte Theo Dames: Wandervögel und Lehrer Gustav Zingel 1917 an der großen Kastanie vor dem Wald am Brauchitschdorfer Bahnübergang, hinter den Schießständen, von wo aus man den schönen Blick auf das in der Ferne liegende Lüben hatte.
Auf dem Messtischblatt sind die Bahnlinie, das Bahnwärterhäuschen (B.W.), der Weg nach Lüben, die Schießstände und sogar der einzelne Baum an der Weggabelung zu sehen. Die dortigen Schießstände gab es also schon zu dieser Zeit! Sie müssen - aus Sicherheitsgründen - so sehr vor Neugierigen abgeschirmt gewesen sein, dass ich bisher keinen alten Lübener gefunden habe, der sie kennt. Um so mehr kennen die Lubiner heute diesen Ort! Łukasz K. sandte mir die Bilder der imposanten Anlage.
Wie mir erklärt wurde, muss dies ein Schießstand gewesen sein, an dem der Umgang mit Handfeuerwaffen geübt wurde. Die Schützen standen auf dem Weg unter den Bögen und schossen auf eine Wand am Ende des Weges. Mögliche Querschläger wurden von den links und rechts befindlichen Mauern abgelenkt oder blieben dort in Holzleisten stecken. Die Klammern, mit denen die Hölzer befestigt waren, sind noch auf dem Detailbild zu erkennen. Auf dem Bild daneben sieht man einige der kleinen Einschusslöcher, woraus deutlich wird, dass hier mit Handfeuerwaffen trainiert wurde. Ich war überrascht, bei Wikipedia in Norwegen die Ruinen einer ähnlichen Anlage wie die in Lubin zu sehen. Wenn man das Bild mehrfach vergrößert, wird deutlich, dass dort mit größeren Kalibern geschossen werden konnte. Die Mauern sind aus Stahlbeton. Deshalb kann die Bezeichnung "Tank shooting range" stimmen. Keinesfalls jedoch konnte der Lübener Schießplatz für das Training mit Panzerwaffen verwendet werden. Danke, Nils Bückert, für die hilfreichen Erklärungen! Danke, Łukasz Kulig, für die Fotos!