Rudolf Klose sen. (1878-1928)
Rudolf Klose jun. (* 1920)














Turnwart Rudolf Klose um 1910 Rudolf Klose sen. (1878-1928)

Der Name Klose war in Lüben recht verbreitet, auch wenn nicht alle damit verbundenen verwandtschaftlichen Beziehungen geklärt werden können. Der bekannteste 'Lübener Klose' war natürlich Pastor Konrad Klose, dem wir die großartige Lüben-Chronik verdanken. Es gab in Lüben außerdem den Bäckermeister Klose, den Schneidermeister Klose, den Gartenbaubetrieb Klose und - den Tapezierer und Dekorateur Rudolf Klose.

Er wurde am 25.12.1878 in Lüben geboren. Seine ganze jugendliche Begeisterung widmete er dem Turnen. Er turnte selbst und trainierte Jungen und Männer im Männerturnverein Lüben. Daneben leitete er das orthopädische Turnen für Kinder.

In einer "Festschrift zum 50jährigen Bestehen des Männerturnvereins Lüben im Jahre 1912" werden seine Leistungen als Turner und Turnwart mehrmals erwähnt:

"Der Gauspieltag, der am 11. September 1904 abgehalten wurde, war von zahlreichen auswärtigen Turnern besucht. Bei den von 120 Turnern ausgeführten Freiübungen errangen Müller (Lüben) 11 und Kretschmer und Klose je 10 Punkte...

Als im Jahre 1908 das 1. Jugend Turnfest des 2. Niederschlesischen Gaues in Liegnitz abgehalten wurde, erhielten auch einige Lübener Zöglinge ehrende Anerkennungen. Unter ihrem Turnwart Rudolf Klose haben sie erfolgreich gearbeitet und manche Feier durch Freiübungen, Reigen oder Übungen am Barren ausgestaltet...

Nach der Jahresstatistik vom 31. Dezember 1911 leiteten Härttwig und Klose die 1. Riege, die 18 Mitglieder zählte und an 42 Abenden turnte. Darüberhinaus trainierte Rudolf Klose an 49 Abenden die 54 Mitglieder starke Zöglingsriege, die auch an Schauturnen und Spielnachmittagen teilnahm.

Turnwart Rudolf Klose mit zwei Freunden. Mit großem Dank an Grzegorz Woś!

Im Wald von Koslitz wurden Spiele durchgeführt, mit der Brauchitschdorfer Jugend ein Wettspiel veranstaltet und die Sedanfeier 1911 durch Turnen und Spiel würdig begangen." (Quelle: Lübener Heimatblatt 15-17/1963)

Im 1. Weltkrieg zog er sich eine Typhuserkrankung zu, die seinem Leben viel zu früh ein Ende setzen sollte.

In Liegnitz lernte er Helene Renner kennen, die als Buchhalterin bei Fa. Schnurpfeil arbeitete. Am 11.8.1919 heirateten die beiden. Sie war fast dreizehn Jahre jünger als er und hatte sich gleich in den feschen Sportler verliebt. Sie zogen nach Lüben in die Kasernenstraße 9, wo am 11.4.1920 ihr einziger Sohn Rudolf das Licht der Welt erblickte.

Rudolf Klose starb am 28.5.1928. Ihm blieben die Schrecken des zweiten Weltkrieges und der Verlust der Heimat erspart. Sein Sohn und seine Witwe hatten ohne ihn an ihrem Schicksal um so härter zu tragen.


siehe auch MTV-Gruppenbilder und das Geschenkbild von Grzegorz Woś