J. G. Knie: Übersicht über alle schlesischen Orte, Breslau, 1845
Kreis Lüben














Übersicht über alle schlesischen Orte von J. G. Knie, Breslau 1845
Alphabetisch-statistisch-topographische
Übersicht
der Dörfer, Flecken, Städte
und andern Orte
der
Königl. Preuß. Provinz Schlesien,
nebst beigefügter
Nachweisung von der Eintheilung des Landes
nach den
Bezirken der drei Königlichen Regierungsbezirken,
den darin enthaltenen Fürstenthümern und Kreisen,
mit Angabe des Flächeninhaltes,
der mittlern Erhebung über die Meeresfläche, der Bewohner, Gebäude, des Viehstandes u.s.w.,
verfaßt
von
J. G. Knie,
Oberlehrer der schlesischen Blinden-Unterrichts-Anstalt,
Inhaber der großherzoglich Weimarischen Verdienst-Medaille und wirklichem Mitgliede
der schlesischen Gesellschaft für vaterländische Kultur.
Zweite vermehrte und verbesserte Auflage,
Breslau 1845,
Druck und Verlag von Graß, Barth und Comp.

Ich ordne die Abschnitte über die Ortschaften im Kreis Lüben nicht den einzelnen Webseiten zu, weil die verwaltungsmäßige Zuordnung im Jahr 1845 häufig nicht der von 1945 entsprach, nach der ich aber die Seiten zum Kreis Lüben strukturiert habe. Zu beachten ist außerdem, dass auch die Schreibweise der Ortsnamen 1845 und 1945 nicht immer identisch war. Heidi

Alt Raudten, Barschau, Beitkau, Birkmühle, Böckey, Bohlendorf, Brauchitschdorf, Braunau, Brodelmühle/Brodelwitz, Buchwäldchen, Buchwald, Dammer, Dittersbach, Eisemost, Fauljoppe, Friedrichswalde, Fuchsmühle, Gaffron, Gläsersdorf, Groß Heinzendorf, Groß-Kotzenau, Groß Krichen, Groß Reichen, Groß Rinnersdorf, Gühlichen, Gugelwitz, Guhlau, Heinzenburg, Herbersdorf, Herzogswaldau, Hinterecke, Hummel, Ischerei, Jakobsdorf, Jauschwitz, Johannenvorwerk, Jüderei, Käfermühle, Kaltwasser, Karlsgnaden, Klaptau, Klein-Kotzenau, Klein Krichen, Klein Reichen, Klein Rinnersdorf, Kniegnitz, Koslitz, Kotzenauer Güter, Krebsberg, Krickicht, Kriegheide, Krummlinde und Kaltenborn, Lerchenborn, Lüben, Lübenwalde, Mallmitz, Michelsdorf, Mlietsch, Muckendorf, Mühlrädlitz, Neudorf, Neuhammer, Neurode, Oberau, Obergläsersdorf, Ossig, Parchau, Petersdorf, Petschkendorf, Pilgramsdorf, Plätscherdorf, Polach/Pohlach, Queißen, Radeckerei, Raudten, Raudten-Burglehn, Raupenau, Rodehäusler, Rothkirchhof, Sabitz, Samitz, Schwarzau, Seebnitz, Sperlingsmühle, Spröttchen, Talbendorf, Tirlitz, Töschwitz, Weinberghäuser, Wengeln, Würtsch-Hölle, Zedlitz, Ziebendorf
Altraudten Raudten, Alt-, 1366 Rudna antiqua, Dorf, Regierungsbezirk und Oberlandesgericht Breslau, S t e i n a u, Nord-West, 7/4 Meilen, Post Raudten Stadt; Hans Heinrich Ludwig Christoph von Schweinitz, Kreis-Deputierter und Johanniter-Ritter; Patrimonialgericht, auch criminaliter, Land- und Stadt-Richter Nitschke in Polkwitz, (Liegnitz-Wohlau'sche Fürstenthums-Landschaft Raudten) (39,000 Reichsthaler Erbwerth 1826) 41 Häuser, 1 Schloß mit schönem weitherbesuchten Garten, Park und Treib-häusern, 2 herrschaftliche Vorwerke, 335 Einwohner, (12 katholisch); 1 evangelische Pfarrkirche, (Superinten-dentur Raudten oder Steinau II), hat Wiedmuth, Patronats-Dominium, mit Zuziehung der Eingepfarrten in Alt-Raudten und die meisten Stellen in Brodelwitz excl. Dominium, doch wegen der Scholtisei und der wüsten Huben auch nach Alt-Raudten eingepfarrt, giebt deshalb auch dahin Decem und muß zu Kirchbauten beitragen, Gäblitz, Thielau, Klieschau, halbe Gemeinde Töschwitz nebst Dominium Wandritsch, und im Kreis Lüben, Jauschwitz und Talbendorf. 1 evangelische Schule, 1 Lehrer, Collator Dominium, eingeschult: Brodelwitz (24 Reichsthaler Legat) Katholische Kirche zu Raudten Stadt, 1 Brauerei, 1 Brennerei, 1 herrschaftliche Ziegelei (1840 ruhend), 6 Handwerke, 1 Höcker, 800 Merinoschafe, Torfstich. - Hierzu: 3 Wassermühlen a) Eichmühle, b) Kirschmühle, c) Sandmühle
Barschau Barschau, Dorf, Regierungsbezirk Liegnitz, Oberlandes-gericht Glogau, (Liegnitz-Wohlau'sche Fürstenthums-Landschaft) L ü b e n, Nord, 2 Meilen, Post Raudten 1/2 Meile, Gräfl. Campaninisches Fräuleinstift am Ort, Patrimonialgericht, Justitiar Langer in Glogau, auch criminaliter pro Dominio, 30 Häuser, 1 herrschaftliches Schloß, 243 Einwohner, (72 katholisch); evangelische Kirche zu Pilgramsdorf. 1 evangelische Schule seit 1830, 1 Lehrer besorgt auch die Schule in Pohlach, Collator das Stifts-Collegium, eingeschult: Barschau, Gäste schickt Grögersdorf, Kreis Glogau. 1 Brauerei, 1 Brennerei, 1 Windmühle, 1 Ziegelei, 7 Handwerke. Das hier bestehende, als Dominium erwähnte Fräuleinstift ist 1789 von der Gräfin Campanini errichtet. Sie war bei der Oper zu Venedig, dann zu Berlin als Künstlerin unter dem Namen Barbarina berühmt, wurde Gemahlin des Glogauischen Ober-Amts-Präsidenten von Cocceji, wieder von ihm geschieden, und bestimmte nachmals die Güter Barschau und Pohlach, Kreis Lüben, und Porschütz, Kreis Glogau, zur Unterstützung von 18 adlichen Fräulein, davon 9 katholisch und 9 evangelisch (die Stifterin selbst war katholisch) keine über 4000 Reichsthaler besitzt; 14 wohnen außerhalb mit Jahres-Pension von 150 Reichsthalern, 4 und eine Aebtissin zu Barschau, doch treten alle 3 Jahre 4 andere in den Genuß, zu Barschau wohnen zu dürfen, auch kann jede sich verehelichen, wo alsdann die Unterstützung aufhört. Der erste Ehren-Curator der Anstalt war Seine Excellenz der dirigirende Staatsminister von Schlesien, Graf von Hoym. Nach seinem Tode war es der General-Landschafts-Direktor Graf Dyhern bis zu seinem Hintritt. Stifts-Probst kann jeder adeliche, der Wirthschaftsführung kundige und nicht zu weit von Barschau ansäßige Gutsbesitzer sein. Gegenwärtig ist es der Königliche Landrath a. D. von Mayer zu Steinau, die dermalen fungirende Aebtissin ist die verwitwete Frau Baronin von Rottenberg, geb. Gräfin von Matuschka. Hierzu: a) Grünkretscham, Kretscham, West zu Nord-West, 1/8 Meile bis Heidevorwerk, Vorwerk Nord, 3/16 Meile
Beitkau Beitkau, Dorf, Regierungsbezirk und Oberlandesgericht Breslau, S t e i n a u, Nord-West, 2 3/8 Meilen, Post Raudten. Medizinalrat Dr. Ebers auf Gaffron, zahlt Bischofs-Vierdungszins dem Domain-Rent-Amt Steinau. Patrimonial-gericht auch criminaliter, Land- und Stadtrichter Nitschke zu Polkwitz. (Liegnitz-Wohlau'sche Fürstenthums-Landschaft Raudten, bis 1835 Glogau-Sagan'sche Fürstenthums-Landschaft Glogau, auch landräthlich vor 1818) (48,250 Reichsthaler Kaufpreis 1828 inclusiv Gaffron). 9 Häuser, 1 herrschaftliches Vorwerk, 63 Einwohner (17 katholisch), evangelische Kirche zu Klein Gaffron, katholische Kirche zu Kreidelwitz, Kreis Glogau, Parochie Hochkirch. 1 Brennerei, 1 Ziegelei. Hierzu: Jüderei, Wassermühle und Kretscham, Ost zu Nord-Ost 1/8 Meile.
Birkmühle Birkmühle, Wassermühle zu Klein-Reichen, Kreis Lüben (auch Bezeichnung für zwei weitere Mühlen)
Böckey Böckey, Kreis L ü b e n, Kolonie von Ober-Gläsersdorf
Bohlendorf Bohlendorf, Kolonie Regierungsbezirk Liegnitz, Oberlandesgericht Glogau, L ü b e n. Süd-West zu West 5/4 Meilen, Post Kreisstadt, Ferdinand von Bohlen, Majoratsherrschaft, Patrimonialgericht des Fidei-Commiß Lerchenborn, Justitiar Lorenz in Liegnitz. (Liegnitz-Wohlau'sche Fürstenthums-Landschaft Liegnitz III.) 14 Stellen, 82 Einwohner, sämmtlich Freileute und evangelisch, evangelische Kirche zu Lerchenborn, katholische Kirche zu Kaltwasser.
Brauchitschdorf Brauchitschdorf, vulgo Bräuersdorf, 1414 Brawchsdorff, Dorf, Regierungsbezirk Liegnitz, Oberlandesgericht Glogau, L ü b e n, Süd-West zu Süd 3/4 Meile, an der Straße von Lüben nach Liegnitz und Lüben nach Hainau, Post Kreis-stadt. Kreis-Deputierter Obrist-Lieutenant a. D. Graf Bernhard von Schmettau, Majoratsherr auf Pommerzig und Briese, Kreis Krossen. Patrimonialgericht, Justitiar Wantke in Lüben, auch criminaliter. (Liegnitz-Wohlau'sche Fürstenthums-Landschaft Liegnitz III.) 86 Häuser, 1 herrschaftliches Schloß und 5 Vorwerke, 775 Einwohner, (18 katholisch); 1 evangelische Pfarrkirche schon erbaut vor der Reformation; wegen Brand gehen die Nachrichten nur bis 1724 zurück, wo Johann Ferdinand Trost hier Pfarrer; Patrimonial-Dominium; die Pfarre hat Wiedmuth, Decem und Kirchbusch; eingepfarrt pro oneribus Brauchitschdorf, Ober-, Mittel- und Nieder-Brauchitschdorf mit Eichwald; 1 evangelische Schule der Eingepfarrten, 1 Lehrer, Collator Grundherr, Superintendentur Lüben II (von Kottwitzsches Legat 107 Reichsthaler auf Schulbücher; Postdirektor Schmidtsches Legat 216 Reichsthaler auf Armen-Schulgeld und Präsident Reichelsches Legat 500 Reichsthaler auf Beschaffung von Bibeln, Summa 823 Reichsthaler). Katholische Kirche zu Kaltwasser, theils zu Lüben Stadt, 1 Wassermühle, 3 Windmühlen, 1 Ölmühle, 1 Roßmühle, 1 Brauerei, 1 Ziegelei, 1 Torfgräberei, 22 Handwerker und Händler, 2006 Merinoschafe. Das Dominium hat bedeutenden Forst, alleinige Jagdgerechtigkeit in dem Liegnitzer Stadtforst, nebst Streurechnen und Viehhutungs-Berechtigung. Im Schloß wird ein Monument aufbewahrt, worauf der Ritter von Brauchitsch knieend und betend vor einem Kreuze dargestellt ist. "Anno 1222 ist der gestrenge edle Ritter Boneslaus von Brauchitsch, Stifter der Kirche zu Brauchitschdorf gestorben. Gott bewahre und segne dieses Haus, und Alle, so da gehen hie und aus." - Hierzu gehört: Eichvorwerk, auch Eichwald, eines der obigen Vorwerke West zu Nord-West 5/16 Meile.
Braunau Braunau, (nach dem kirchlichen Mittel-, Nieder- und Ober-Braunau, 1398 Brawnaw, Dorf, Regierungsbezirk Liegnitz, Oberlandesgericht Glogau, (Liegnitz-Wohlau'sche Fürstenthums-Landschaft) L ü b e n, West 5/4 Meilen, Post Kreisstadt. Schwabische Fundation. Patrimonial-gericht, Justitiar von Wiese zu Liegnitz. 74 Häuser, 712 Einwohner (4 katholisch); 1 evangelische Pfarrkirche, Stiftung unbekannt. Der älteste bekannte Pfarrer, früher Diacon in Lüben, Johann Crapidel, starb 1579; die jetzige schöne Kirche ward 1837 den 15. Oktober geweiht; die Pfarre hat Wiedmuth, Decem und Holz, pro oneribus gehören zu Kirche und Schule nur Ober-, Mittel- und Nieder-Braunau; Patronat beider Dominien. 1 evangelische Schule, 1 Lehrer, Collator Dominium. Legate:
a) 160 Reichsthaler der Frau Catharina von Rothkirch;
b) 400 Reichsthaler der Friederike Deutschmann, auf Bücher und Schulgeld; c) 2000 Reichsthaler Schwabisches Legat, meist für Arme; ein Theil der Zinsen auf Schulgeld. Katholische Kirche zu Ober-Gläsersdorf 2 Wiedmuthen, 14 Handwerker, 12 Händler, 1200 herrschaftliche Merinoschafe. Hierzu: a) Sperlingsmühle, Wassermühle mit Sägegang am Wege von Lüben nach Altstadt westl., mit Dominialrechten, zur Nerlichschen Nachlaßmasse gehörend, 1 Haus, 11 evangelische Einwohner.
b) Straßkretscham, Kretscham, Nord-Ost 1/5 Meile.
Brodelwitz Brodelmühle, Kreis S t e i n a u, Wassermühle, gehört zu:
Brodelwitz, 1457 Brodelwiz, Dorf, Regierungsbezirk und Oberlandesgericht Breslau. S t e i n a u, Nord-West
1 7/8 Meilen, Post Stadt Raudten 1/8 Meile. Baron von Langermann, Patrimonialgericht auch criminaliter, Land- und Stadtrichter Nitschke in Polkwitz. (Liegnitz-Wohlau'sche Fürstenthums-Landschaft Raudten) 38 Häuser, 1 herrschaftliches Schloß, 1 Vorwerk, 275 Einwohner (katholisch 28); evangelische Kirche, das Dominium nebst Mühlen und einigen Stellen zu Raudten Stadt. Die Gemeinde zu Alt-Raudten und das Dominium wegen der Scholtisei und der Wüsten Huben ebenfalls, indem es deßhalb Decem und Beitrag zu Kirchbauten nach Alt-Raudten giebt. Katholische Kirche zu Raudten, Stadt 2 Wassermühlen außerhalb, deren eine Brodelmühle, die andere Schleifmühle heißt. 1 Brennerei, 5 Handwerker, 2 Händler, 900 Merinoschafe.
Buchwäldchen Buchwäldchen, 1433 Buchweldichen, Dorf, Regierungsbezirk Liegnitz, Oberlandesgericht Glogau, L ü b e n, Süd zu Süd-Ost 1 5/8 Meilen, Post Kreisstadt und Parchwitz 5/4 Meilen. Frau des Rittmeister Hänel, geb. von Seidl. Patrimonialgericht, Criminalrichter Kaulfuß in Liegnitz, auch criminaliter (Liegnitz-Wohlau'sche Fürstenthums-Landschaft Liegnitz III.). 46 Häuser, 1 herrschaftliches Schloß, 265 evangelische Einwohner, evangelische Kirche zu Schönborn, Kreis Liegnitz, 1 evangelische Schule nur für den Ort, 1 Lehrer, Collator Grundherrschaft. Superintendentur Liegnitz I. 1 Brauerei und Brennerei, 5 Handwerker, 1 Händler, 1 Ziegelei des Dominiums. Hierzu: Buschmühle, Wassermühle, West zu Nord-West 3/16 Meile.
Buchwald Ober- und Nieder-Buchwald, Dorf, Regierungsbezirk Liegnitz, Oberlandesgericht Glogau, L ü b e n, Süd-West 2 Meilen, Post Kreisstadt und Hainau, von letzterem 5/4 Meilen. Vor 1810 Stift Wahlstatt, dann königlich bis 1831, wo es Amtsrath von Raumer erwarb. Land- und Stadtgericht Liegnitz. (Liegnitz-Wohlau'sche Fürsten-thums-Landschaft Hainau, vor 1820 landräthlich Goldberg-Hainau). 58 Häuser, 480 Einwohner (126 katholisch); evangelische Kirche zu Bärsdorf-Trach, Kreis Goldberg-Hainau; katholische Kirche und Schule zu Kaltwasser. 1 Wassermühle, 2 Gänge, 1 Windmühle, 1 Sägemühle, 14 Handwerker, 4 Händler, 2300 Merinoschafe.
Hierzu: Waldhof, Vorwerk, Nord zu Nord-Ost 1/4 Meile
Dammer Mittel-, Nieder- und Ober-Dammer, Dorf, Regierungsbezirk und Oberlandesgericht Breslau, (Liegnitz-Wohlau'sche Fürstenthums-Landschaft) S t e i n a u, Post, evangeli-sche und katholische Kirche zu Steinau.
Mittel- und Nieder-Dammer West 3/4 Meile. Graf von Posadowsky-Wehner. Fidei-Commiß, Patrimonial-Gericht Dammitsch, auch criminaliter. Land- und Stadtgerichts-Assessor Geppert in Wohlau. 49 Häuser, 2 herrschaftliche Vorwerke, 312 Einwohner (katholisch 31); 1 evangelische Schule, 1 Lehrer, Collator Grundherrschaft, und versieht der Lehrer auch die Schule in Ober-Dammer, welche aber in der Abtrennung begriffen ist, Superintendentur Steinau I. 1 Wassermühle außerhalb, 1 Windmühle, 1 Roßmühle, 1 Brennerei, 8 Handwerker, 1 Händler, 1 Dominial-Ziegelei (71000 Dach- und Mauerziegel).
Zu Mittel-Dammer gehören:
a) Die Hinterhäuser, 2 Freistellen, 3/16 Meile im Norden
b) Der Krötenkretscham, Wirthshaus, 1/4 Meile im Norden zu Nord-Ost
Ober-Dammer, Dorf West 1 1/8 Meilen. K. F. Scholz. Patrimonial-Gericht, auch criminaliter. Justitiar Wantke in Lüben. (23600 Reichsthaler Kaufpreis 1838) 35 Häuser, 1 herrschaftliches Vorwerk, 251 Einwohner (katholisch 9); 1 evangelische Schule, versehen vom Lehrer in Mittel-Dammer, doch soll jetzt ein eigner Lehrer für Ober-Dammer angestellt werden; Collator Grundherrschaft, Superinten-dentur Steinau I. 1 Wassermühle, 1 Brauerei, 1 Brennerei, 1 Torfstich. 5 Handwerker, 4 Händler.
Dittersbach Dittersbach, 1360 Ditrichsbach, Dorf, Regierungsbezirk Liegnitz, Oberlandesgericht Glogau, (Liegnitz-Wohlau'sche Fürstenthums-Landschaft) L ü b e n, Süd-Ost 1 Meile. Gräfin Lukner, geb. Gräfin von Czettritz-Neuhaus. Patrimonialgericht, Justitiar Kretschy in Lüben. 67 Häuser inclusiv der Rodemühle und 5 Rodehäusler, 1 herrschaft-liches Schloß mit Schloßvorwerk im Dorf, 580 Einwohner
(3 katholisch); 1 evangelische Pfarrkirche, schon vorhanden nach urkundlichen Nachrichten um 1470, evangelisch seit 1524, hat Pfarrwiedmuth und Decem. Patrone die 3 Dominien der eingepfarrten Orte Dittersbach und Herzogswaldau, Ober- und Nieder-Dittersbach, wechselnd auch für die Pfarrschule in Herzogswaldau, so daß, vorkommenden Falls einmal Dittersbach und dann Ober- und Nieder-Herzogswaldau gemeinschaftlich das jus vocandi ausüben. Superintendentur Lüben II.; katholische Kirche zu Lüben. 1 Ölmühle, 1 Wirtshaus mit Brauerei, 2 Schankhäuser, 1 Ziegelei, 13 Handwerker, 3 Händler, 1400 Merinoschafe, 263 Rinder. Hierzu: a) Hintervorwerk, 2 Vorwerke, Süd Süd-West 1/8 Meile vom Schloßvorwerk. b) Rodemühle, Wassermühle, 2 Gänge, Nord Nord-West 3/16 Meile, nebst den 5 Rodehäuslern bei derselben.
Eisemost Eisemost, Dorf, Regierungsbezirk Liegnitz, Oberlandes-gericht Glogau, L ü b e n, Nord zu Nord-West 3/4 Meile, Post Kreisstadt. Besitzer Ingenieur Premier-Lieutenant Hanke. Patrimonialgericht, Justitiar Lorenz zu Liegnitz. (Glogau-Sagan'sche Fürstenthums-Landschaft Glogau, auch landräthlich bis 1818). 62 Häuser, 372 Einwohner (163 evangelisch); evangelische Kirche zu Groß-Rinnersdorf; 1 katholische Mutterkirche verbunden der Pfarrkirche Ober-Gläsersdorf, Archipresbyterat Hochkirch, Patrimonial-Dominium, das aber in Vocirung des Pfarrers mit Dominium Ober-Gläsersdorf wechselt, wie auch der Gottesdienst; eingepfarrt sind: Eisemost, Gühlichen, Klein-Rinnersdorf; die Vereinigung beider Pfarreien ist nach 1672 geschehen, denn in diesem Jahre war in Eisemost noch ein besonderer Pfarrer, dem damals der Dominium-Besitzer 1/2 Hufe Landes als Fundation übergab, wofür er ihm und seinen Nachfolgern Obligationen übertrug. Die Pfarre hat eine eigne Wiedemuth, sie beträgt mit dem Fundations-Acker 202 Morgen. 1 katholische Schule (Simultan), 1 Lehrer, Collator Dominium, eingeschult Gühlichen und Groß Rinnersdorf, Inspektion Liegnitz, 3 Wassermühlen, 3 Wirthshäuser, 12 Handwerker, 1 Viktualienhändler.
Fauljoppe Fauljoppe, vulgo Fauljuppe, 1414 Fawlen Jopin, Dorf, Regierungsbezirk Liegnitz, Oberlandesgericht Glogau. L ü b e n, Süd zu Süd-West 1 Meile, Post Kreisstadt. Von Sydow, General-Major a. D. Patrimonialgericht Justitiar Kretschy in Lüben. (Liegnitz-Wohlau'sche Fürstenthums-Landschaft Liegnitz III.) 32 Häuser, 1 herrschaftliches Schloß, 249 Einwohner (2 katholisch); evangelische Kirche zu Groß Reichen, 1 evangelische Neben-Schule vom Lehrer aus Krummlinde besorgt, Collator Grundherrschaft, (80 Reichsthaler Schulstiftung, deren Zinsen auf Schulgeld Armer.) Superintendentur Lüben II. Katholische Kirche zu Lüben Stadt. 1 Windmühle, 1 Ziegelei, 1 Wirthshaus und Schankhaus, 5 Handwerker, 1 Händler, 750 Merinoschafe.
Fuchsmühle Fuchshof und Lindhardt, vereinigtes Vorwerk von:
Fuchsmühle, Dorf, Regierungsbezirk Liegnitz, Oberlandes-gericht Glogau, Kreis L ü b e n, Süd-West zu West 1 7/8 Meilen, Post Hainau 5/4 Meilen. Besitzer Amtsrath von Raumer seit 1831, war früher Besitz des Klosters Wahlstatt bis 1810, dann königlich, Land- und Stadtgericht Liegnitz. (Liegnitz-Wohlau'sche Fürstenthums-Landschaft Hainau, landräthlich vor 1820 Goldberg-Hainau). 17 Häuser, 168 Einwohner (51 katholisch); evangelische Kirche zu Bärsdorf-Trach, Kreis Goldberg-Hainau, 1 Simultan-Schule, 1 evangelischer Lehrer, Collator königlich; eingeschult Buchwald, Lindhardt und Waldhof, Superintendentur Hainau, Schulstiftung 20 Reichsthaler; katholische Kirche zu Kaltwasser. 2 Wassermühlen, 2 Wirthshäuser, 3 Handwerker, 2 Krämer, 702 Merino-schafe. 1839 neu angelegter Weinberg von 4 Morgen. Hierzu: a) Fuchshof, Vorwerk von Fuchsmühle, vereinigt mit dem Vorwerk Lindhardt und liegt Nord-West zu Nord 1/16 Meile vom Dorf. b) Schleifmühle, eine der obigen Wassermühlen.
Gaffron Groß- und Klein-Gaffron, 1409 Major Gaffran, Dorf, Regierungsbezirk und Oberlandesgericht Breslau, S t e i n a u, Nord-West zu Nord 2 3/8 Meilen, Post Raudten und Polkwitz. Medizinal-Rath Dr. Ebers. Patrimonialgericht, auch criminaliter, Land- und Stadtrichter Nitschke in Polkwitz. (Liegnitz-Wohlau'sche Fürstenthums-Landschaft Raudten) 18250 Reichsthaler Kaufpreis 1828 incl. Beitkau. 58 Häuser, 1 herrschaftliches Schloß, 2 Vorwerke, 433 Einwohner (katholisch 128). 1 Brauerei und Brennerei und noch eine besondere Brennerei. 1 Wassermühle, 2 Gänge, 11 Handwerker, 4 Händler, 1 Dominiums-Ziegelei. (1840 unbetrieben).
A. Groß-Gaffron, evangelische Kirche zu Klein-Gaffron, katholische Kirche zu Queißen, giebt Decem.
B. Klein-Gaffron, 1 evangelische Pfarrkirche ohne Wiedmuth und Decem, eingepfarrt pro oneribus Groß- und Klein-Gaffron und Beitkau, gastweise Queißen und im Glogauer Kreis Friedrichsdorf, Groß-Gräditz, Kreidelwitz und Porschütz. Superintendentur Raudten oder Steinau II.; 1 evangelische Schule, 1 Lehrer, eingeschult Groß-Gaffron und Beitkau, Patronat für beide Grundherrschaften, katholische Kirche zu Queißen.
Gläsersdorf Mittel- und Nieder-Gläsersdorf, 1361 Gleserdorf, Dorf, Regierungsbezirk Liegnitz, Oberlandesgericht Glogau, L ü b e n, West-Nord-West, 7/4 Meilen, Post Kreisstadt und Polkwitz 5/4 Meilen, Besitzer Hoffmann. Patrimonial-gericht Justiz-Rath Albinus in Kotzenau. (Glogau-Sagan'sche Fürstenthums-Landschaft Glogau, auch landräthlich bis 1818.) 147 Häuser, 1 herrschaftliches Schloß, 977 Einwohner (48 katholisch); evangelische Kirche zu Hummel, 1 evangelische Schwestern-Schule von Hummel und vom dasigen Hilfslehrer (täglich 6 Stunden) besorgt, Collator Grundherrschaft von Mittel- und Nieder-Gläsersdorf, Superintendentur Lüben I., katholische Kirche zu Ober-Gläsersdorf. 3 Windmühlen, 4 Wirthshäuser, 23 Handwerker, 12 Händler, 2800 Merinoschafe, 500 Rinder. Hierzu: a) Grockvorwerk, ein Vorwerk b) Krickicht oder Krickhäuser, Kolonie, Nord-Ost zu Ost 3/8 Meile
c) Radeckerei, ein Vorwerk d) Schloßvorwerk, ein Vorwerk
Groß Heinzendorf Groß-Heinzendorf, 1397 Heynczendorff, Dorf, Regierungs-bezirk Liegnitz, Oberlandesgericht Glogau, L ü b e n, Nord-West zu West 7/4 Meilen, Post Polkwitz 1 Meile, Banquier Prausnitzer in Liegnitz, Patrimonialgericht gleichen Namens, Justitiar Hertel in Glogau, (Glogau-Sagan'sche Fürstenthums-Landschaft Glogau, auch landräthlich vor 1818) 120 Häuser, 701 Einwohner (199 kath.); 1 katholische Mutterkirche, Adjunkte der Pfarrkirche Herbersdorf, Archipresbyterat Hochkirch, Patronats-Dominium (insoweit Besitzer mosaischer Religion, die Rechte üben kann.) Statt der uralten, baufällig gewordenen, ist die jetzige Kirche seit 150 Jahren erbaut. Über Wiedmuth, Eingepfarrte und deren Belastung siehe Herbersdorf. 1 katholische Schule, besorgt vom Lehrer aus Herbersdorf, wohin die Kinder nach dem 10. Jahre gehen, Collator Dominium, eingeschlossen Groß-Kotzenau, Grenze und Hummel, Inspection Liegnitz, evangelische Kirche zu Heinzenburg. 2 Wirthshäuser, 4 Leinweberstühle, 10 Handwerker, 3 Holzhändler, 326 Rinder.
Groß Kotzenau Groß-Kotzenau, vulgo Groß-Kotzen, Dorf, Regierungsbezirk Liegnitz, Oberlandesgericht Glogau, L ü b e n, West 2 1/2 Meilen, Post Kreisstadt, auch Hainau und Polkwitz, von jedem 2 Meilen, Dorf und Rittergut der Herrschaft Klein-Kotzenau, Hermann Burggraf zu Dohna, königl. Oberlandesgerichts-Referendarius und Ritter des Johanniter-Ordens, Patrimonial-Gericht Klein-Kotzenau, auch criminaliter, Justiz-Rath Albinus zu Kotzenau (Liegnitz-Wohlau'sche Fürstenthums-Landschaft Liegnitz III.), Groß-Kotzenau begreift:
a) das Dominium, bestehend in einem alten Schlosse, welches noch ein Wallgraben umgiebt, und 1 herrschaft-liches Vorwerk.
b) 137 Possessionen, nämlich 26 Bauern, 24 Dreschgärt-ner, 29 Großgärtner, Freigärtner und Ackerhäusler, 50 Leerhäusler, 2 Schmiede, 4 Windmühlen, 1 Bleiche und 1 Wassermühle, die Plätschermühle genannt, zusammen mit 1051 Einwohnern. Dieser ganze Complex zerfällt in 2 Gemeinden a) das eigentliche Groß-Kotzenau oder Kotzenau, Schweidiger Antheil, b) Kotzenau, Krebsberger Antheil. Hiermit hat es folgende Bewandniß: nach dem Tode eines früheren Besitzers von Stopp, welcher das Dominium Groß Kotzenau und das 1/4 Meile von hier gelegene Dominium und Dorf Krebsberg besaß, erhielt der erste seiner 2 Söhne das Dominium Groß-Kotzenau, der andere das Dominium Krebsberg, da nun aber das Dörfchen Krebsberg keine Bauern und auch sonst wenig Possessio-nen hat, so wurden, um die Besitzungen beider Brüder gleich zu machen, von Groß-Kotzenau 1 herrschaftliches Vorwerk, genannt Charlottenthal, und 57 andere Posses-sionen, nämlich 9 Bauergüter, 8 Dreschgärtner, 15 Groß-gärtner und Ackerhäusler, 24 Leerhäusler und 1 Windmühle zu Krebsberg geschlagen, diese heißen nun Groß-Kotze-nau-Krebsberger Antheil der Kolonie Hinterecke, der zu Krebsberg gehört, 1 Gemeinde-Verband. Dagegen gehört zur 2. Gemeinde Groß-Kotzenau, Schweidiger Antheil (eine Beibenennung, deren Ursprung sich nicht erklären läßt), das Dominium und 80 Stellen von Groß-Kotzenau oder nach der statistischen Zählung von 1840, 80 Wohnhäuser mit 614 Einwohnern (katholisch 10). Eine 2te Eintheilung von Groß-Kotzenau beider Antheile, deren Possessionen streng geschieden sind, gemischt unter einander liegen, ist die in folgende Theile: a) das Dominium-Schloß Groß-Kotzenau, b) von diesem nach West erstreckt sich der Groß-Kotzenau-Sand, auch schlechthin der Sand, weil dieser Theil auf sehr sandigem Grunde liegt, c) der krumme Viehweg liegt auf der Südseite von b, ihn machen eine Anzahl Häuser, die zu beiden Seiten eines sich krümmenden Viehweges liegen, d) dem Dominium gegenüber im Norden heißt eine Anzahl Häuser der Winkel, und eine dabei liegende Dominium-Schäferei nebst Scheune werden deshalb auch Winkelschäferei und Winkelscheune genannt, e) das Plätscherdorf, ebenfalls Nord vom Dominium, aber 1/8 Meile entfernt, heißt so, weil der Boden hier sehr quellreich ist. Dieser Dorfantheil wird auch die Bleiche, bisweilen auch die Plätschermühle genannt, weil die oben angeführte Bleiche und 1 Wasser-mühle sich hier befinden. Im eigentlichen Antheil Groß-Kotzenau ist 1 evangelische Schule mit 1 Lehrer, Collator Dominium. Superintendentur Lüben I. Seit 1841 ist das Schulhaus neu und massiv und so gelegen erbaut, daß die Kinder aus Grenze, wo der Lehrer sonst Nebenschule halten mußte, nicht weiter zur Schule haben, als die meisten aus Kotzenau selbst (Kotzenau-Krebsberger Antheil hat 1 eigene Schule, 1 Lehrer, der Krebsberg und Hintereck mit besorgt). Evangelische Kirche zu Sebnitz, katholische Kirche zu Heinzendorf und Herbersdorf. Gewerblich 1 Bleiche, 1 Wassermühle, 4 Windmühlen, ferner 2 Wirthshäuser, 12 Handwerker, 3 Krämer, 1000 Merinoschafe, 229 Rinder. (Vergleiche Kotzenauer Güter.)
Groß Krichen Groß-Krichen, olim Poln.-Krichen, vom Volk auch Groß-Krichen und 1217, wo der Ort schon stand, Krajewo, 1267 Crechun, 1360 Krichhan genannt, Dorf, Regierungsbezirk Liegnitz, Oberlandesgericht Glogau, (Liegnitz-Wohlau'sche Fürstenthums-Landschaft) L ü b e n, Süd-West zu West 1/2 Meile, Post Kreisstadt, Kammerherr und Landschafts-Director von Nickisch-Rosenegk auf Kuchelberg. Patrimonial-Gericht, Justitiar Kretschy in Lüben, das Freigut N 1 steht unterm Land- und Stadtgericht Lüben. 74 Häuser, 616 Einwohner (10 katholisch); 1 evangelische Pfarrkirche mit Wiedmuth und Decem, bestand schon 1217. Erster evangelischer Pfarrer Andreas Kretschmer von 1525-1536, war vorher Bernhardiner Mönch in Breslau und durch die Disputation daselbst für die Reformation gewonnen, die Kirche blieb seitdem stets evangelisch und der 16. ihrer Pastoren Christoph Friedrich Karl Schink aus Wehrau in Sachsen, bekleidet das Amt seit 1817, der Gutsherr Balthasar von Schweinitz (starb 1625), schenkte 1622 eine halbe Hufe Acker zur Wiedmuth, so daß dieselbe seitdem aus 1 1/2 Hufe besteht, das Kirchgebäude und der viereckigte Thurm sind alte Epitaphien, auch 2 gut erhaltene Grüfte als Erbbegräbniß der Herrschaft. 1 evangelische Schule mit für Errlicht, 1 Lehrer, Collator Dominium. Superintendentur Lüben II., Schulstiftungen: 20 Reichsthaler Legat des Schullehrers Schmidt und 124 Reichsthaler des Johanniter-Ritters Hans Heinrich Julius von Schweinitz auf Alt-Raudten und Groß-Krichen für Arme. 3 Wassermühlen, 3 Windmühlen, 1 Ziegelei, 1 Schankhaus, 15 Handwerker, 1 Krämer, 2000 Merino-schafe, 342 Rinder. Hierzu:
Errlichtvorwerk, ein Vorwerk Ost zu Nord-Ost 1/8 Meile entfernt.
Groß-Reichen Groß-Reichen, 1418 Reichenaw, Dorf, Regierungsbezirk Liegnitz, Oberlandesgericht Glogau, L ü b e n, Süd zu Süd-Ost 9/8 Meilen, Post Liegnitz 6/4 Meilen und Kreisstadt. Besitzer Dunkel. Patrimonial-Gericht, Justitiar Kretschy in Lüben. (Liegnitz-Wohlau'sche Fürstenthums-Landschaft Liegnitz III.) 51 Häuser, 1 herrschaftliches Schloß, 341 evangelische Einwohner, 1 evangelische Pfarrkirche mit ihr seit Jahrhunderten verbunden die Kirche in Mühlrädlitz. 1554 ward Johann Teichmann als erster evangelischer Pastor an beide vereinigte Kirchen berufen. Groß-Reichen hat Wiedmuth, Zinsgetreide und Holz und sind pro oneribus eingepfarrt: Reichen, Groß- und Klein-Reichen, Fauljoppe, Kaltenborn und ein Theil von Krummlinde, Patronat die Dominien von Groß-Reichen und Kaltenborn und zur Halbscheid das Dominium von Mühlrädlitz, vergleiche dies. 1 evangelische Schule, 1 Lehrer, Collator die 2 Dominien der Eingeschulten Groß- und Klein-Reichen (Superintendentur Lüben II.) 200 Reichsthaler Legat des von Hock und 21 Reichsthaler Krinusinsches Legat, die Zinsen auf Schulgeld; katholische Kirche zu Lüben Stadt. 1 Wassermühle, die Käfermühle genannt, Nord zu Nord-Ost 3/16 Meile, 1 Windmühle, 1 Roßmühle, 2 Wirthshäuser, 10 Handwerker, 5 Händler.
Groß-Rinnersdorf Großrinnersdorf, 1459 Reynhartsdorf, Dorf, Regierungs-bezirk Liegnitz, Oberlandesgericht Glogau, (Liegnitz-Wohlau'sche Fürstenthums-Landschaft), L ü b e n, Nord 5/4 Meilen, Post Kreisstadt. Gutsbesitzer Britt, seit November 1841. Patrimonial-Gericht, Justitiar Wantke in Lüben. 43 Häuser, in 35 Possessionen, 1 Schloß, 322 Einwohner (4 katholisch); 1 evangelische Pfarrkirche, lange vor der Reformation erbaut, hat Pfarrwiedmuth und Decem, eingepfarrt pro oneribus sind: Groß- und Klein-Rinnersdorf, Koslitz mit Gehegemühle, Friedrichshuld und die Weinbergshäuser, pro actibus Eisenmost und Gühlichen, die auch Gäste zur hiesigen evangelischen Schule schicken, bei ihr 1 Lehrer, Patronat und Collator Grundherr-schaft von Groß-Rinnersdorf. Die Zinsen von 134 Reichs-thalern Legat des von Pannewitz sind auf Schulgeld für 8 arme Kinder aus Groß-Rinnersdorf bestimmt. Katholische Kirche zu Raudten Stadt, 2 Wassermühlen, 1 Ziegelei, 1 Schmiede, 6 Handwerker, 2 Höcker, 800 Merinoschafe.
Gühlichen Gühlichen, Dorf, Regierungsbezirk Liegnitz, Oberlandes-gericht Glogau, L ü b e n, Nord zu Nord-West 5/4 Meilen, Post Kreisstadt. Besitzer Ingenieur-Premier-Lieutenant Hanke. Patrimonial-Gericht Eisemost, Justitiar Lorenz in Liegnitz. (Glogau-Sagan'sche Fürstenthums-Landschaft Glogau, auch landräthlich bis 1818). 11 Häuser, 1 Dominium-Gehöfte, 69 Einwohner (31 evangelisch); evangelische Kirche zu Groß-Rinnersdorf, katholische Kirche zu Eisemost, Parochie Ober-Gläsersdorf.
Gugelwitz Gugelwitz, 1363 Gogilwicz, Dorf, Regierungsbezirk Liegnitz, Oberlandesgericht Glogau, (Liegnitz-Wohlau'sche Fürsten-thums-Landschaft), L ü b e n, Süd-Ost 3/4 Meile, Post Parchwitz 3/4 Meile. Julius Graf von Schweinitz. Majorats-herrschaft der Diebaner Güter. Patrimonial-Gericht Justitiar Kretschy zu Lüben. 35 Häuser, 1 Schloß, 1 Vorwerk, 1 Schäferei (700 Merinoschafe), 360 Einwohner (9 kath.); 1 evangelische Pfarrkirche, das älteste Kirchenbuch reicht nur bis 1720 zurück, wo Johann Christian Buchold Pastor war. Seit Pastor Schirmer 1778 ist die Pfarre mit Mersch-witz, Kreis Liegnitz, wo der Pastor wohnt, vereinigt, auch hier Decem und Wiedmuth, doch hat Patronat (Dominium) letztere schon lange in Erbpacht; 1 evangelische Schule nur für den Ort, 1 Lehrer, Collator Dominium. Superinten-dentur Lüben II., katholische Kirche zu Parchwitz. 1 herrschaftliche Försterei, 1 Windmühle, 1 Wirthshaus, 3 Webstühle, 8 Handwerker, 2 Krämer, 170 Rinder.
Guhlau Guhlau, 1267 Gogolenici, 1360 Gola, Dorf, Regierungsbezirk Liegnitz, Oberlandesgericht Glogau, (Liegnitz-Wohlau'sche Fürstenthums-Landschaft), L ü b e n, Nord 3/4 Meile, Post Kreisstadt, Gutsbesitzer Lange, Patrimonial-Gericht, Justitiar Wandke zu Lüben. 22 Häuser, 1 Schloß, 150 Ein-wohner (14 katholisch), 1 evangelische Schule nur für den Ort, 1 Lehrer, Collator Grundherrschaft, Superintendentur Lüben II., evangelische und katholische Kirche zu Lüben, 1 Wassermühle, Süd-Ost 1/10 Meile vom Dorf, 1 Ziegelei, 1 Wirthshaus, 7 Handwerker.
Heinzenburg Heinzenburg, eine evangelische Pfarrkirche mit Umgebung. Regierungsbezirk Liegnitz, Oberlandesgericht Glogau, L ü b e n, West-Nord-West 7/4 Meilen, Post Polkwitz 1 Meile. Besitzer seit Juli 1842 Banquier Prausnitzer in Liegnitz. Patrimonial-Gericht Groß-Heinzendorf, Justitiar Hertel in Glogau, (Glogau-Sagan'sche Fürstenthums-Landschaft Glogau, auch landräthlich und kirchlich vor 1818.) 7 Häuser, welche statistisch unter Neugut begriffen sind. 93 Einwohner (4 katholisch). Diese evange-lische Kirche ist auf den Grundmauern und dem Burgplatze des vormals festen Schlosses Heinzenburg erbaut. Die Burg gehörte den Herzogen von Glogau, ward 1642 von den Schweden zerstört und 1744 vom damaligen Glogau-ischen Kammerdirektor Christian von Busse, nebst den 4 Dörfern der Herrschaft: Groß-Heinzendorf, Herbersdorf, Neudorf und Neugut, von denen nur Heinzendorf kein Vorwerk hat, käuflich vom damaligen Besitzer, einem Grafen Breyda, Bischof zu Olmütz, erworben. Von Busse richtete das vormals herrschaftliche Wohnhaus, als den am meisten verletzten Theil der Burg, nach eingeholter Erlaubniß, zu einem gottesdienstlichen Gebrauche der Evangelischen in den 4 genannten Dörfern der Herrschaft ein, welche bis dahin sich an die benachbarten evange-lischen Kirchen zu halten genöthigt waren. Ihre Ein-pfarrung erfolgte durch schriftlichen gegenseitigen Vertrag vom 1. August 1751 und die Einweihung der Kirche am 3. Advent-Sonntage desselben Jahres. Zur Unterhaltung des Pfarrers ward ein fundirter Jahresgehalt und eine kleine Länderei-Parcelle angewiesen. Erster evangelischer Pfarrer war Gabriel Lucas Woltersdorf aus Friedrichsfelde bei Berlin. Das Parterre der Kirche enthält 2 Grüfte: a) für die Herrschaft, b) für die Geistlichen, und bilden das 1., 2., und 3. Stockwerk des Schlosses die vollräumige Kirche mit 2 Bühnen oder Chören. Patronat königlicher Regierung, weil Besitzer mosaisch. 1 evangelische Schule, errichtet mit dem Kirchensystem 1751, 1 Lehrer, 1 Hilfslehrer, der in Neudorf Nebenschule hält. Collator wie Kirche, Superinten-dentur Lüben I. 1000 Reichsthaler Legat aus dem Jahr 1764 vom Stifter Christian von Busse, die Zinsen auf Freischule Armer bestimmt.
Herbersdorf Herbersdorf, Dorf, Regierungsbezirk Liegnitz, Oberlandes-gericht Glogau, L ü b e n, Nord-West zu West, 2 1/8 Meile, Post Polkwitz, 1/2 Meile. Seit 1842 Banquier Prausnitzer in Liegnitz, Patrimonial-Gericht Groß-Heinzendorf, Justitiar Hertel in Glogau. (Glogau-Sagan'sche Fürstenthums-Landschaft Glogau, auch landräthlich bis 1818.) 98 Häuser, inclusiv 1 herrschaftliches Beamten-Wohnhaus in Ober-Herbersdorf, 1 kleines in Nieder-Herbersdorf, 2 Vorwerke, 604 Einwohner (230 katholisch); evangelische Kirche zu Heinzenburg, 1 katholische Pfarrkirche, Archipresbyterat Hochkirch, Patronat Dominium, Wiedmuth 1 Hufe, inclusiv Wiese und Wald, für den Pfarrer 53 Morgen 4 Quadratruten Kiefern; eingepfarrt pro oneribus mit ganzer Last Herbersdorf und Neudorf; nur gastweise Klein-Kotzenau, verbunden a) Heinzendorf mit Mutterkirche, Wiedmuth 1/2 Hufe, inclusiv 79 Morgen 57 Quadratruten Pfarrbusch, blos Niederholz; eingepfarrt mit 1/3 Last für Herbersdorf, und ganzer für Heinzendorf: Heinzendorf selbst, Neuguth, Hummel und Groß-Kotzenau. b) zweite Adjunkte Parchau mit Mutterkirche und 1/4 Hufe Wiedmuth, Acker ohne Wald; eingepfarrt mit ganzer Last für die Adjunkte und 1/3 für Herbersdorf, nur Parchau; blos gastweise Krieghaide. Herbersdorf ursprünglich Tochterkirche ist erst seit dem 16. Jahrhundert Pfarrkirche, wegen ihrer Lage zwischen Heinzendorf und Parchau. Der Gottesdienst wechselt sonntäglich mit den Adjuncten, wird aber an hohen Festen nur zu Herbersdorf gehalten.
Anmerkung des Verfassers. Die vorstehenden Angaben der Belastung konnte ich nur so dunkel bezeichnen, als ich sie vorfand. Der Bisthums-Schematismus sagt: Patron und Collator Grundherrschaft mit 1/3, Gemeinde 2/3 der Lasten (landrechtlich). 1 katholische Schule, 1 Lehrer, der Heinzendorf mit versieht, Collator Dominium, eingeschult Groß-Kotzenau, Klein-Kotzenau, Kriegheide, Neudorf und Parchau, Inspection Liegnitz, 2 Wassermühlen, 4 Wind-mühlen, 2 Wirthshäuser, 11 Handwerker, 3 Händler, 855 Merinoschafe, 322 Rinder.
Herzogswaldau Herzogswaldau, 1359 Hertwigswald, Dorf, Regierungsbezirk Liegnitz, Oberlandesgericht Glogau, (Liegnitz-Wohlau'sche Fürstenthums-Landschaft) L ü b e n, Nord-Ost zu Ost 1 Meile, Post Kreisstadt. 1 evangelische Schule, 1 Lehrer, 1 Hilfslehrer, Collatoren die 2 Dominien der Eingeschulten Herzogswaldau, Nieder- und Ober- und Dittersbach, Superintendentur Lüben II.
a) Nieder-Herzogswaldau. Geschiedene Frau Hauptmann von Holvede, geb. von Nickisch-Rosenegk. Patrimonial-Gericht, Justitiar Kretschy in Lüben, 22 Häuser, 1 herr-schaftliches Schloß, 222 evangelische Einwohner, evangelische Kirche in Dittersbach, katholische Kirche in Lüben, 1 Wassermühle, genannt Keilmühle, 1 Windmühle, 730 Merinoschafe.
b) Ober-Herzogswaldau. Besitzer Lieutenant von Uechtritz, 1842 für 35300 Reichsthaler. Patrimonial-Gericht, Justitiar Kretschy in Lüben. 34 Häuser, 1 herrschaftliches Schloß, 308 Einwohner (3 katholisch); evangelische Kirche wie Antheil a). 1 Windmühle, 1 Brauerei, 2 Wirthshäuser, 8 Handwerker, 1 Krämer, 750 Merinoschafe.
Hinterecke Hinterecke, Kolonie, a) zu Krebsberg, b) zu Michelsdorf, Kreis Lüben und der 3. Theil der Kolonie zu Samitz, Kreis Hainau gehörend.
Hummel Hummel, Dorf, Regierungsbezirk Liegnitz, Oberlandesgericht Glogau. L ü b e n. West Nord-West 2 Meilen, Post Polkwitz 1 Meile. Gutsbesitzer Hoffmann. Patrimonial-Gericht Nieder-Gläsersdorf, Justiz-Rath Albinus zu Kotzenau. (Glogau-Sagan'sche Fürstenthums-Landschaft Glogau, auch land-räthlich vor 1818), 40 Häuser, 268 Einwohner (15 kath.); 1 evangelische Pfarrkirche; den 13. März 1656 erlaubte Herzog Ludwig von Liegnitz dem damaligen Besitzer von Hummel und Nieder-Gläsersdorf, Herrn Hans Ernst von Hock und Thomaswaldau, die Erbauung der Kirche, zum Besten der bedrängten Evangelischen im Glogauischen; 1659 den 6. Juli ward der erste Gottesdienst gehalten. Erster Prediger war Adam Koch. Keine Wiedmuth, sondern nur etwa 15 Morgen Land, als Entschädigung für das früher ausgeübte Hutungsrecht; eingepfarrt pro oneribus und eingeschult sind: Hummel mit Karlsgnaden, Mittel-Nieder-Gläsersdorf mit Krickicht und Sandhäuser; Patron der Kirche und Schule Dominium. 1 evangelische Schule, 1 Lehrer, 1 Hilfslehrer, welche die Schule in Nieder-Gläsersdorf versehen; Gäste schickt Klein-Heinzendorf, Collator wie Kirche, (Superintendentur Lüben I.); katholische Kirche zu Heinzendorf, Parochie Herbersdorf. 1 Forsthaus, 2 Windmühlen, 1 Ziegelei, 1 Wirthshaus, 2 Leinwebstühle, 2 andere Handwerker, 4 Händler. Hierzu:
a) Johannenvorwerk, Vorwerk, Süd-Ost zu Süd 1/5 Meile.
b) Karlsgnaden, Kolonie Süd zu Süd-West 1/8 Meile.
Ischerei Ischerei, Vorwerk zu Mühlrädlitz, Kreis Lüben gehörend.
Jakobsdorf Jakobsdorf, Dorf, Regierungsbezirk Liegnitz, Oberlandes-gericht Glogau, L ü b e n, West-Nord-West 3 1/4 Meilen, Post Polkwitz 7/4 Meilen, Hermann Burggraf zu Dohna, Oberlandes-Referendar und Johanniter-Ritter. Patrimonial-Gericht der Kotzenauer Güter, Justiz-Rath Albinus zu Kotzenau (Schweidnitz-Jauer'sche Fürstenthums-Landschaft Bunzlau, auch landräthlich bis 1818). 19 Häuser, 129 evangelische Einwohner, evangelische Kirche zu Kriegheide, 1 evangelische Schule, zur Miethe bis 1829, wo das Schulhaus erst erbaut; 1 Lehrer, Collator Grundherrschaft, eingeschult Kynast, Persel und Wengeln mit Mühlheide, Superintendentur Lüben I., katholische Kirche zu Weissig, Kreis Sprottau, Parochie Primkenau. 1 Windmühle, 1 Schankhaus, 6 Handwerker, 1 Krämer. Zum Gute gehört ein bedeutender Forst, die Erbhaide, von 2000 Morgen. Das Recht der Hutung, des Streurechens wie des Raff- und Leseholzes steht allein der Gemeinde Jakobsdorf und keiner andern der Kotzenauer Gutsgemeinden zu. 1 in amtlichen Nachrichten aufgeführter Torfstich ist hier nicht vorhanden.
Jauschwitz Jauschwitz, Dorf, Regierungsbezirk Liegnitz, Oberlandes-gericht Glogau, (Liegnitz-Wohlau'sche Fürstenthums-Landschaft) L ü b e n. Nord-Nord-Ost 5/4 Meilen, Post Raudten 1/2 Meile. Besitzer Arnold. Patrimonial-Gericht. Bürgermeister Hermann zu Steinau. 20 Häuser, 139 Ein-wohner (3 katholisch); evangelische Kirche zu Alt-Raudten, Kreis Steinau. 2 Wassermühlen, von denen eine Damm-mühle heißt und West zu Nord-West 1/4 Meile entfernt ist. 1 Schankhaus, 500 Merinoschafe.
Johannenvorwerk Johannenvorwerk, Vorwerk zu Hummel, Kreis Lüben gehörend.
Jüderei Jüderei, Wassermühle und Kretscham, gehörend zu Beitkau, Kreis Steinau
Käfermühle Käfermühle, Wassermühle zu Groß-Reichen, Kreis Lüben gehörend.
Kaltwasser Kaltwasser, 1419 Kaldinwasser, Dorf, Regierungsbezirk Liegnitz, Oberlandesgericht Glogau, L ü b e n, Süd-West 1 5/8 Meilen, Post Kreisstadt und Liegnitz, 7/4 Meilen, vor 1810 Kloster Wahlstatt, dann königlich bis 1831, wo der jetzige Besitzer, der königliche Amtsrath von Raumer, es erwarb. Land- und Stadtgericht Liegnitz, (Liegnitz-Wohlau'sche Fürstenthums-Landschaft Liegnitz III.), 73 Häuser, 1 herrschaftliches Schloß mit schönem Parke, 2 Vorwerke, 584 Einwohner, darunter 213 katholisch. 1 evangelische Pfarrkirche, Sitz der 2. Lübener Superinten-dentur, Patronat königlich für Kirche und Schule, die Pfarre hat Wiedmuth, Decem und Brennholz, die Kirche einen Busch von circa 40 Morgen. Der 1. evangelische Pastor war Johann Severinus von 1524 bis 1559. Die evangelische Kirche ward 1701 von den Katholischen in Beschlag genommen, aber 1707 den Evangelischen durch die Altranstädter Convention wieder verschafft. Eingepfarrt sind pro oneribus: Kaltwasser, Krummlinde zum Theil, Lindhard, Würtsch, Helle, pro actibus Neurode, 1 evange-lische Schule, 1 Lehrer, Collator königlich, eingeschult: Würtsch-Helle. 1 katholische Kuratial-Pfarrkirche nach Rückgabe der Ortspfarrkirche an die Evangelischen 1707 im Schloß eingerichtet, und da sie baufällig und zu klein wurde, führte statt ihrer der Benediktiner Wahlstätter Stiftsprälat Jakob Chmell 1794-1797 die gegenwärtige Kirche auf, die nach der Säkularisation 1810 unter königlichem und fürstbischöflichem Patronat neu dotirt ist, ohne Wiedmuth, denn die überwiesenen 2 Morgen 166 Quadratruten sind nur Garten; eingepfarrt pro oneribus sind Kaltwasser, Buchwald mit Waldhof, Fuchsmühle, Lindhard und Würtsch-Helle; pro actibus a) im Kreis Goldberg-Hainau Bärsdorf, b) im Kreis Liegnitz Kucheldorf, Langenwaldau, Sechshufen und Thiergarten, c) im Kreis Lüben: Brauchitschdorf, Klein-Krichen, Krummlinde, Lerchenborn, Antheil Neurode, Sabitz, Sebnitz und Spröttchen. 1 katholische Schule der Eingepfarrten, 1 Lehrer, Collator wie Kirche. Inspection Liegnitz, 1 Wassermühle, 1 Windmühle, 2 Wirthshäuser, 12 Handwerker, 8 Händler, 1 Dominium-Brauerei und Brennerei, 1 königliche Försterei, einige große Fischteiche, 1 großer Torfstich des Dominiums, man stach 2160 mille = 3000 Reichsthaler und pro 1842 Klaftern: 1800 = 6420 Reichsthaler größtentheils zur herrschaftlichen Brauerei und Brennerei verwendet. Die früher bestandene Bleiche und Pottaschsiederei sind eingegangen. Eine kalte Quelle, die nie zufriert. Die meisten Fischteiche, so wie viele Hutungen und Brüche dieses Guts, und der angrenzenden, demselben Besitzer gehörenden Güter, 8 bis 900 Morgen, sind entwässert, urbar gemacht, und in üppige Felder umgeschaffen worden.
Karlsgnaden Karlsgnaden, Kolonie von Hummel, Kreis Lüben.
Klaptau Klaptau, 1267 Cloptouo, Dorf, Regierungsbezirk Liegnitz, Oberlandesgericht Glogau, (Liegnitz-Wohlau'sche Fürsten-thums-Landschaft) L ü b e n, Ost-Süd-Ost 5/8 Meile, Post Kreisstadt. Besitzer Landrath von Nickisch-Rosenegksche Erben (4 Brüder) Patrimonial-Gericht Schwarzau, Justitiar Kretschy in Lüben. 30 Häuser, 196 Einwohner (3 kathol.); evangelische und katholische Kirche in Lüben. 1 evangeli-sche Schule, 1 Lehrer, der Nebenschule in Muckendorf hält, Collator Grundherrschaft. Superintendentur Lüben II. Schulstiftungen sind: a) der Gräfin von Zedlitz, jährlich 18 Reichsthaler, b) der Freiin von Kottwitz, jährlich 15 Reichsthaler, c) derselben auf Schulbücher, jährlich 1 Reichsthaler, 5 Silbergroschen. 1 Wassermühle, 2 Gänge, 1 Sägemühle, 1 Schmied, 2 Leinwebstühle.
Klein-Kotzenau Klein-Kotzenau Klein-Kotzenau, gemeinhin Kotzen,
I. Marktflecken oder Städtel
,
II. Dorf,

III. Klein-Kotzenauer Haide
,

Regierungsbezirk Liegnitz, von da Nord-West 4 1/4 Meilen, Kreis L ü b e n, West-Nord-West 3 Meilen. Post Polkwitz 2 Meilen. Hermann, Burggraf zu Dohna. Oberlandes-gerichts-Referendar und Johanniter-Ritter. Patrimonial-Gericht der Allodium-Herrschaft Klein-Kotzenau, Justiz-Rath Albinus am Ort (Liegnitz-Wohlau'sche Fürstenthums-Landschaft Liegnitz III.).

I. das Städtchen Kotzenau oder wie es in ältern Urkunden und noch jetzt häufig benannt wird: Klein-Kotzenau, ist von der Freiin Catharina von Stosch laut Bürgerbrief vom 17. August 1703 gestiftet und ihm Stadtrechte verliehen, auch diese von Kaiser Karl VI. laut Confirmationsbrief de dato Wien, 13. August 1713 über das bestätigte Stadt-recht mit Wochen- und Jahrmarktsgerechtigkeit bestätiget worden. Gegenwärtig bestehen 47 bürgerliche Possessio-nen, deren 1/4 beäckert, überhaupt 53 Häuser, 432 Ein-wohner (katholisch 5). Den Ortsvorstand bilden 1 sogenannter Stadtrichter, 2 Rathmänner und 1 bürgerlicher Oberältester. An öffentlichen Anstalten und Gebäuden befinden sich hier: 1 königliche Steuer-Receptur des Haupt-Steueramts Liegnitz zur Miethe, 1 evangelische Pfarrkirche, 1487 ward hier eine Kapelle abhängig von Sebnitz und zur wirklichen Parochiale gemacht, eine Wiedmuth zur Unterhaltung des Pfarrers und Decimen angewiesen. Nach dem Brande 1746 ward die Kirche wie jetzt erbaut. Patronats-Dominium, eingepfarrt sind pro oneribus Kotzenau, Klein-, Städtel und Dorf mit Birkfleck, Hammervorwerk, Raupenau und Kynast, Persel und Kotzenauer Neuhammer, gastweise Hinterhaide zum Theil (Superintendentur Lüben I.), jetzt Sitz der Superinten-dentur. 1 evangelische Schule, 1 Lehrer, 1 Hilfslehrer, besteht wohl seit 1596, eingeschult Kotzenau, Markt-flecken und Klein-Kotzenau mit Hammervorwerk und Raupenau. Patronat aller Grundherrschaften. Die wenigen Katholischen des Orts halten sich zur Kirche nach Herbersdorf. 1 Pfarrhaus, 1 Schulhaus, 1 Justizamt mit Amtswohnung des oben genannten Justitiars, 1 Hospital für alte Frauen wird lediglich vom Dominium unterhalten, daher auch Hospitalitinnen aus der ganzen Herrschaft aufgenommen werden. 1 Scharfrichterei steht zwar auf dem Kotzenauer Sand, gehört aber zum Städtchen. Gewerblich sind hier und im Dorfe Klein-Kotzenau 2 Schankhäuser, 2 Wirthshäuser, 1 Bäcker, 3 Fleischer, 1 Kürschner, 1 Riemer und Sattler, 8 Schuhmacher, 3 Schneider, 2 Seiler, 3 Tischler, 1 Stellmacher, 3 Zimmerleute, 7 Maurer, 1 Glaser, 1 Töpfer, 2 Schmiede, 2 Schlosser, 1 Buchbinder, 1 Färber, 3 Leinwebstühle als Nebengeschäft, 2 Materialhändler, 4 Krämer, 2 Victualien-händler, 2 Holzhändler. Im Städtchen werden jährlich 3 Kram- und Viehmärkte und 1 Wochenmarkt gehalten.
Die Mühlen gehören zum Dorf.

II. Klein-Kotzenau, Dorf, Lage, Besitz, Jurisdiktion und Kirchen wie I. Der Haupttheil des Dorfes liegt Ost vom Städtchen, ein Theil, der Sand genannt, im Nord-Westen von der Stadt und die Possession zum Theil gemischt. Im Dorfe sind 87 Häuser, 714 Einwohner (15 katholisch). 1 schönes bethürmtes Schloß mit einem herrschaftlichen Garten, in dem 3 Fruchthäuser (gegen 300 Stück Orangerie), 1 Ananastreiberei und im Süden anstoßend ein Thiergarten, 3/4 Meile im Umfange, mit mehr als 100 Stück Tannwild besetzt. Das Schloß (1363 Castrum Koczenow) wurde im Jahre 1297 durch den Herzog Bolko von Schweidnitz für seine Mündel, die 3 Söhne Heinrichs V. von Breslau, erbaut. Der jetzige Bau zwischen 1720-1734 aufgeführt. 2 Wirthshäuser a) im Osttheil, b) auf dem Sande; die Handwerker schon unter I. begriffen, hier aber 1 Kalkofen, 1 Ölpoche, 3 Windmühlen, ferner dem Dominium gehörend und von ihm unterhalten 1 Roßmühle und 1 Dampfmaschine von 15 Pferde Kraft, diese treibt
a) 1 Sägemühle mit 3 Gattern, von denen das eine bis 14 Sägen führt, ein 2tes Brettklötzer bis zur Länge von 55 Fuß schneidet; b) 1 Mahlmühle nach amerikanisch-englischem System mit 2 Mahl- und 1 Graupengange;
c) 1 Knochen- und Gypsmühle. 1150 Merinoschafe.
Hierzu gehört:
A. Das Schloßvorwerk im Dorf
B. Hammervorwerk, Vorwerk, Nord-Ost 1/16 Meile, dabei 1 Wassermühle
C. Birkfleck, 1 herrschaftliches Vorwerk, Süd 1/2 Meile von Raupenau, 5 Gärtnerstellen, zu dem Gemeindeverbande von Klein-Kotzenau gehörend, aber dicht an der Kreis-grenze und dem zur Gemeinde Reisicht im Goldberg-Hainauer Kreis gehörigen Örtchen Birkfleck gelegen.
D. Persel und Kynast (Persel wird in alten Urkunden Dobernus genannt), sie bilden einen Antheil des Dorfes Klein-Kotzenau, von da 1/4 Meile, gehören also zum Gemeindeverbande von Klein-Kotzenau und unter dessen Dorfgericht, werden aber hierbei durch einen Gerichtsmann aus ihrer Mitte repräsentirt. Kynast zählt 19 Rustikal-stellen. Der Antheil Persel, von Kynast West 1/12 Meile. 3 Rustikal-Possessionen und 1 Vorwerk mit 1 Wirth-schafts-, 1 Jägerhof und 1 Arbeiterwohnhaus. Zusammen zählen Persel und Kynast 28 Häuser, 170 evangelische Einwohner, evangelische Kirche und Kirchhof zu Klein-Kotzenau, Katholische halten sich nach Weißig, Parochie Primkenau, Kreis Sprottau. 600 Merinoschafe.

III. Kotzenauer Haide. Dieser große Forstbezirk von 25,000 Morgen, meist Nadelhölzern, der das Städtchen und Dorf Klein-Kotzenau mit ihren Antheilen rings umgiebt, enthält 2 kleine Ortschaften, Raupenau und Blankenhaide, die mit dem Forst zugleich versteuert werden, da Raupenau auf gerodetem, Blankenhaide auf wüste gelegenem Forstgrunde erbaut ist.

A. Raupenau, Kolonie, liegt von Klein-Kotzenau Süd-Süd-West 3/8 Meile, an der Kotzenau-Hainauer Straße, begreift 1 herrschaftliches Vorwerk mit Schäferei (400 Merino-schafe), 10 Leerhäusler, Eigenthum der Besitzer, und die Vierhäuser Nord-Nord-Ost 1/12 Meile, dicht am Thier-garten, 4 herrschaftliche Häuser für Tagearbeiter, zusammen 82 Einwohner; evangelische Kirche zu Klein-Kotzenau. In Wirthschaftssachen ist Raupenau zu Klein-Kotzenau geschlagen. Ein eignes Ortsgericht besteht nicht, da das Dominium die Gemeindeangelegenheiten besorgt.

B. Blankenhaide, statistisch, kirchlich und in Wirthschaftssachen zu Sebnitz geschlagen, liegt von da Nord 1/4 Meile, begreift 1 herrschaftliches Vorwerk und 6 herrschaftliche Häuser für Tagearbeiter, daher nicht als Kolonie zu betrachten. Vergl. noch den Artikel Kotzenauer Güter. Seit Kurzem ist in der Haide auch ein bedeutender Torfstich unweit Klein-Kotzenau entdeckt, dessen Förderung und Ergiebigkeit aber noch nicht angegeben werden kann, weil der Ausstich erst begonnen hat.
Klein Krichen Klein-Krichen, (auch wohl in Ober- und Nieder- getheilt), hieß 1356 Parvum Crechan, Dorf, Regierungsbezirk Liegnitz, Oberlandesgericht Glogau, L ü b e n, West zu Süd-West 1 Meile, Post Kreisstadt. Besitzer C. W. E. von Nickisch-Rosenegk jun. seit 1843, ältester Sohn des Besitzers von Groß-Krichen, für 56500 Reichsthaler erkauft. Patrimonial-Gericht, Justitiar Kretschy in Lüben. (Liegnitz-Wohlau'sche Fürstenthums-Landschaft Liegnitz III.) 28 Stellen mit 37 Häusern, 1 herrschaftliches Schloß, 2 Vorwerke, 269 Einwohner (katholisch 5); seit 1831 allgemeine Dienstablösung, evangelische Kirche für Ober-Klein-Krichen zu Lerchenborn, für Nieder-Klein-Krichen zu Groß-Krichen, katholische Kirche zu Lüben, 1 Wasser-mühle, 2 Windmühlen, 2 Wirthshäuser, 2 Leinwebstühle, 7 andere Handwerker, 900 Merinoschafe und begreift Ober-Klein-Krichen 16 Stellen, Nieder-Klein-Krichen 12 Stellen, inclusiv 5 Bauergüter.
Krichhan, so hieß 1360 Groß-Krichen, Kreis Lüben.
Klein-Reichen Klein-Reichen, 1273 Richnow, 1353 Reichenaw, 1418 Reichnaw, Dorf, Regierungsbezirk Liegnitz, Oberlandes-gericht Glogau, L ü b e n, Süd-Süd-Ost 1 3/8 Meilen, Post Kreisstadt und Liegnitz 6/4 Meilen. Besitzer Dunkel. Patrimonial-Gericht, Justitiar Kretschy zu Lüben (Liegnitz-Wohlau'sche Fürstenthums-Landschaft Liegnitz III.) 22 Häuser, 118 evangelische Einwohner, evangelische Kirche zu Groß-Reichen. 4 Handwerker, 2 Holzhändler. Hierzu: Birkmühle, Wassermühle, Süd-Ost zu Ost 1/2 Meile.
Klein-Rinnersdorf Klein-Rinnersdorf, 1359 Reynhartsdorf, Dorf, Regierungs-bezirk Liegnitz, Oberlandesgericht Glogau, (Liegnitz-Wohlau'sche Fürstenthums-Landschaft) L ü b e n, Nord-Nord-Ost 5/4 Meilen, Post Kreisstadt und Polkwitz. Major von Zieten'sche Erben. Patrimonial-Gericht. Stadtrichter Nitschke zu Polkwitz. 24 Häuser, in 18 Possessionen, 164 Einwohner (32 katholisch), evangelische Kirche zu Groß-Rinnersdorf, katholische Kirche zu Eisemost, Parochie Ober-Gläsersdorf. 2 Wassermühlen, 1 Windmühle, 2 Leinwebstühle, 4 andere Handwerke.
Kniegnitz Kniegnitz, hieß 1359 Knegnicz, Dorf in 2 Antheilen, Regierungsbezirk Liegnitz, Oberlandesgericht Glogau (Liegnitz-Wohlau'sche Fürstenthums-Landschaft) L ü b e n, Ost-Nord-Ost 5/8 Meile. Post Kreisstadt. 55 Häuser, 1 herrschaftliches Schloß, 450 Einwohner
(29 katholisch); 1 evangelische Schule nur für den Ort, 1 Lehrer. Collator Dominium. B. (300 Reichsthaler Kapital als Legat), Superintendentur Lüben II., evangelische und katholische Kirche zu Lüben.
Antheil A. Königl. Domain-Rendantur Lüben-Parchwitz, Land- und Stadtgericht Lüben. Antheil B. Besitzer Major Richter, Polizei-Distrikt-Kommissar, Patrimonial-Gericht, Justitiar Kretschy zu Lüben. Für A. und B. zusammen 2 Windmühlen, 2 Schankhäuser, 1 große Dampfbrennerei, 2 Leinwebstühle, 11 andere Handwerke, 2 Händler, 1500 Merinoschafe.
Koslitz Koslitz, 1360 Cozlicz, Dorf, Regierungsbezirk Liegnitz, Oberlandesgericht Glogau (Liegnitz-Wohlau'sche Fürsten-thums-Landschaft) L ü b e n, Nord zu Nord-Ost 7/8 Meile, Post Kreisstadt, Polizei-Distrikt-Kommissar Schwarz, Patrimonial-Gericht Justitiar Wantke zu Lüben. Das Frei-bauergut N 1 stand früher unter dem Land- und Stadtgericht Lüben, ist aber vom Dominium erworben und der Patrimonial-Gerichtsbarkeit einverleibt. 26 Häuser, 23 Possessionen, 1 herrschaftliches Schloß, 234 Einwoh-ner (9 katholisch); evangelische Kirche zu Groß Rinners-dorf, katholische Kirche zu Lüben, 1 evangelische Schule, errichtet 1842 für Koslitz und Friedrichshuld, 1 Lehrer. Collator Dominium. Superintendentur Lüben I., 1 Wind-mühle, 2 Schankhäuser, 7 Handwerker, 3 Händler, 600 Merinoschafe. - Hierzu: a) Friedrichshuld, Süd-Ost zu Ost 1/4 Meile, Kolonie mit den Weinberghäusern und dem herrschaftlichen Vorwerk genannt Gehegevorwerk, 14 Häuser, (13 Possessionen), 96 Einwohner (5 kathol.); inclusiv b) Gehegemühle, Wassermühle Süd-Ost 3/8 Meile.
Kotzenauer Güter Kotzenauer Güter, Regierungsbezirk Liegnitz, Ober-landesgericht Glogau, L ü b e n. Diese Allodium-Güter sind testamentlich auf den Burggrafen Hermann zu Dohna ungetheilt übergegangen, indem dessen 2 Brüder und 2 Schwestern ihr Erbtheil in Geld empfangen haben. Es begreift der ganze Complexus 3 Herrschaften:
I. Die Klein-Kotzenauer Güter, zu diesen gehören
a) das Städtchen Klein-Kotzenau;
b) das Dorf Klein-Kotzenau (incl. Schloßvorwerk, Hammervorwerk);
c) Birkfleck, Antheil mit Vorwerk;
d) Kynast und Persel mit Vorwerken (es machen b, c und d eine Gemeinde aus);
e) Kotzenauer Haide, worin die Kolonien Raupenau und Blankenhaide;
f) Antheil Neuhammer;
g) Krieghaide inclusiv Antheil Tirlitz;
h) Michelsdorf inclusiv Antheil Hintereck.
Diese 8 Theile der Herrschaft Klein-Kotzenau haben nur 1 Folium im Hypothekenblatt zu Groß-Glogau.
II. Groß-Kotzenauer Güter. Zu diesen gehören a) Groß-Kotzenau, Schweidiger und b) Groß-Kotzenau, Krebsberger Antheil, inclusiv Dorf Krebsberg und zu letzterem gehöriger Antheil Hintereck.
III. Das Dorf Grenze, gemeinhin auch Grenzvorwerk genannt, hat mit II. ein Hypotheken-Folium.
IV. Jakobsdorf mit dazu gehörender Erbhaide von 2000 Morgen hat ein eigenes Hypothekenblatt.
V. Ganz-Sebnitz oder die Sebnitzer Güter, indem Sebnitz 5 früher getrennte Dominien enthält, die noch eigene Hypothekenfolien haben, man vergleiche die einzelnen Ortsartikel.
Krebsberg Krebsberg, Kotzenauer-, Kreis L ü b e n, Theil von Groß-Kotzenau, vergleiche dies und Krebsberg, Kreis Lüben.
Krebsberger Sand oder Sand, Antheil von Krebsberg, Kreis L ü b e n.
Krickhäuser Krickhäuser, oder Krickicht, Kolonie von Nieder-Gläsersdorf, Kreis L ü b e n.
Kriegheide Kriegheide, Dorf, Regierungsbezirk Liegnitz, Oberlandes-gericht Glogau, L ü b e n, West-Nord-West 2 7/8 Meilen, Post Polkwitz 6/4 Meilen. Hermann Burggraf zu Dohna auf Kotzenau, Oberlandesgerichts-Referendar und Johanniter-Ritter. Patrimonial-Gericht der Herrschaft Kotzenau, Justiz-Rath Albinus zu Kotzenau. (Liegnitz-Wohlau'sche Fürstenthums-Landschaft Liegnitz III.) 57 Häuser, 315 Einwohner (2 katholisch); 1 evangelische Pfarrkirche ward 1656 zum Besten der Protestanten im angrenzenden Glogauischen, deren Kirchen den Katholischen hatten übergeben werden müssen, durch Wolf Alexander von Stosch auf Kotzenau und Kreidelwitz und dessen Bruder Hans George von Stosch auf Kreidelwitz, Grätz und Triebusch erbaut. Zur Erbauung gab Herzog Ludwig IV. zu Liegnitz die Erlaubniß, verlieh den Besitzern von Kotzenau das Patronats-Recht, befahl, daß der Pfarrer zu Kriegheide mit einer Wiedmuth versehen, der Decem aber ferner an die Kotzenauer Kirche von den Kriegheidern, die dahin eingepfarrt waren, abgeführt werden sollte, wie denn noch jetzt von Kriegheide Decem und Tischgroschen an den Pfarrer zu Kotzenau abgeführt, auch Fuhren und Dienste für Kotzenauer Kirch- und Pfarrbauten geleistet werden müssen. Der erste Pfarrer hieß Ullrich Riedel, die pro actibus zugeschlagenen Dörfer heißen Gäste und sind: Kriegheide mit Tirlitz, Jakobsdorf, Parchau, Wengeln mit Mühlheide, im Kreis Sprottau: Haselbach, Heinzendorf und Weißig, 1 evangelische Schule, 1 Lehrer, Collator Grundherrschaft, eingeschult Haselbach und Klein-Heinzendorf, Kreis Sprottau, Superintendentur Lüben I., katholische Kirche in Parchau, Parochie Herbersdorf. 1 Windmühle, 2 Schankhäuser, 7 Handwerker, 1 Krämer. Hierzu: Tirlitz, Antheil Ost-Nord-Ost 1/8 Meile, der zweite Antheil gehört zum Gemeindeverbande von Parchau.
Krummlinde Krummlinde und Kaltenborn, 1418 Crommenlinde, Dorf, Regierungsbezirk Liegnitz, Oberlandesgericht Glogau, L ü b e n. Süd 1 3/8 Meilen Post Kreisstadt und Liegnitz 2 Meilen; Rittermeister von Uechtritz Landesältester. Patrimonial-Gericht Criminal-Rath Kaulfuß zu Liegnitz. (Liegnitz-Wohlau'sche Fürstenthums-Landschaft Liegnitz III.) 33 Häuser, 1 herrschaftliches Schloß, 224 Einwohner (7 katholisch); evangelische Kirche zu Kaltwasser, theils zu Groß-Reichen, dessen Pastor Schulrevisor ist. 1 evangelische Schule, 1 Lehrer, der in Fauljuppe Neben-schule hält. Collator Grundherrschaft, Schullegat 80 Reichsthaler, deren Zinsen auf Schulgeld Armer. Superintendentur Lüben II., katholische Kirche zu Kaltwasser. 1 Dominium, 1 Wassermühle, 1 Windmühle, 1 Graupenmühle im Bau, 1 Ziegelei, 2 Wirthshäuser, 4 Handwerker, 3 Händler, 600 Merinoschafe. Hierzu: Kaltenborn, südöstlichster Theil von Krummlinde, mit dem es schon über 100 Jahre verbunden ist.
Lerchenborn Lerchenborn, Dorf und Fidei-Commiß-Gut, Regierungsbezirk Liegnitz, Oberlandesgericht Glogau, L ü b e n, West-Süd-West 1 Meile (An der Nordseite eines vom Dorf etwa 4 Gewände weit südlich gelegenen Hügels eine in den trockensten Jahren unversiegende Quelle, genannt der Lerchenborn, woher wahrscheinlich der spätere Name des Dorfes, das früher anders geheißen haben soll.) Post Kreisstadt. Ferndinand von Bohlen, Majoratsherr. Patrimonial-Gericht, Justitiar Lorenz zu Liegnitz. (Liegnitz-Wohlau'sche Fürstenthums-Landschaft Liegnitz III.) 65 Häuser, in 54 Possessionen, worunter 9 Bauergüter, 475 Einwohner (katholisch 5); 2 Vorwerke, seit 1841 allgemeine Dienstablösung. Das Dominium seit 1842 auf 12 Jahre verpachtet an Oberamtmann Schlinke. 1 evange-lische Pfarrkirche, ein Verzeichniß im Kirchenbuch nennt aus sonst vorhanden gewesenen Nachrichten 24 Pfarrer (inclusiv des jetzigen), deren erster Jakob Gaßner 1856 starb. Die Kirche abgebrannt 1814, ward neu erbaut bis 1821, wo auch ein neuer Pfarrer installirt wurde. Bei der Pfarre sind Decem und Wiedmuth, eingepfarrt pro oneribus Lerchenborn, Bohlendorf und Ober-Klein-Krichen. Patronat ist Grundherrschaft für Kirche und Schule. 1 evangelische Schule der Eingepfarrten, nebst Nieder-Klein-Krichen, Parochie Groß-Krichen, 1 Lehrer, Superintendentur Lüben I., für bedürftige Schulkinder von Klein-Krichen 100 Reichsthaler Legat der Geheimen Justiz-Räthin Josephine Juliane von Schweinitz und 150 Reichsthaler vom Johanniter-Ordens-Ritter Hans Heinrich Julius von Schweinitz auf Alt-Raudten. Katholische Kirche zu Kaltwasser, theils zu Lüben. 2 Wassermühlen, 1 Wind-mühle, 1 Brauerei, 2 Wirthshäuser, 10 Handwerker, 3 Händler, 900 Merinoschafe.
Zum Artikel über Lüben
Lübenwalde Lübenwalde, Kolonie-Dorf, Regierungsbezirk Liegnitz, Oberlandesgericht Glogau, (Liegnitz-Wohlau'sche Fürstenthums-Landschaft) L ü b e n, Nord-West zu Nord 6/4 Meilen, Post Kreisstadt. Kämmerei, Land- und Stadtgericht Lüben. 14 Häuser, 79 Einwohner (22 kath.); evangelische Kirche zu Oberau, katholische Kirche zu Ober-Gläsersdorf, 1 Wirthshaus, 1 Schmiede.
Mallmitz Mallmitz, auch Malmitz (1357 Malnicz), Dorf, Regierungs-bezirk Liegnitz, Oberlandesgericht Glogau (Liegnitz-Wohlau'sche Fürstenthums-Landschaft) L ü b e n, Nord zu Nord-Ost dicht an, Post Kreisstadt. Königliches Domain-Rent-Amt Lüben-Parchwitz. 76 Häuser, 3 Lehngüter, 600 Einwohner (47 katholisch); 1 evangelische Schule nur für den Ort, 1 Lehrer, Collator Dominium (150 Reichsthaler Schul-Legat-Capital), Superintendentur Lüben II., evangelische und katholische Kirche in Lüben. 3 Wasser-mühlen, 1 Lohmühle, 2 Windmühlen, 3 Leinwebstühle, 15 andere Handwerke, 291 Rinder, 1900 Merinoschafe. Hierzu: a) Jänkerei, Vorwerk der Kämmerei in Lüben, Land- und Stadtgericht Lüben.
b) Schloß Lüben, ein Schloß, an der Stadt gelegen und noch mit Wallgraben umgeben, sonst herzogliches, dann königliches Domain-Amts-Schloß, jetzt dem Lieutenant
a. D. J. Pohlenk gehörend.
c) Malmitz, Lehngut. Lieutnant a. D. J. Pohlenk, 1842 für 29,500 Reichsthaler. Die Patrimonial-Gerichtsbarkeit über das Lehngut hat sich fiscus beim Verkaufe vorbehalten, daher selbige vom Land- und Stadtgericht in Lüben geübt wird.
d) Die kleine Heide, so heißen Malmitzer Forststücke, die landschaftlich besonders registrirt sind, und der Stadt Lüben gehören.
Michelsdorf Michelsdorf, Dorf, Regierungsbezirk Liegnitz, Oberlandes-gericht Glogau, L ü b e n, West-Süd-West 2 Meilen, Post Kreisstadt. Burggraf Hermann zu Dohna, Oberlandes-gerichts-Referendar und Johanniter-Ritter. Patrimonial-Gericht der Herrschaft Klein-Kotzenau, Justiz-Rath Albinus zu Kotzenau. (Liegnitz-Wohlau'sche Fürstenthums-Landschaft Liegnitz III.). 69 Häuser, 1 Freigut, 371 Ein-wohner (2 katholisch); evangelische Kirche zu Seebnitz, 1 evangelische Schule nur für den Ort, 1 Lehrer, der Nebenschule in Hinterecke hält, Collator Grundherrschaft. Superintendentur Lüben I. 5 Wassermühlen, 1 Windmühle, 1 Wirthshaus, 6 Handwerker, 3 Händler, 487 Merinoschafe, 262 Rinder. Hierzu:
a) Antheil der Kolonie Hinterecke.
b) Pentekretscham, ein Kretscham Süd zu Süd-West    1/5 Meile.
Mlietsch Mlietsch, Dorf, Regierungsbezirk und Oberlandesgericht Breslau, S t e i n a u, West-Nord-West 1 5/8 Meilen, Post Raudten und Lüben. Lieutenant Stahn, genannt Bax, Patrimonial-Gericht auch criminaliter. Justitiar Reimann in Steinau, (Liegnitz-Wohlau'sche Fürstenthums-Landschaft Raudten) 39501 Reichsthaler Kaufpreis 1838, 73 Häuser, 1 herrschaftliches Schloß, 1 Vorwerk, 553 Einwohner (katholisch 18); 1 evangelische Pfarrkirche, Patronat Dominium, hat Pfarr-Wiedmuth, eingepfarrt nur Mlietsch, Superintendentur Raudten oder Steinau II., 1 evangelische Schule, 1 Lehrer, Collator Grundherrschaft, katholische Kirche zu Raudten Stadt, 1 Windmühle, 1 Brauerei, 1 Brennerei, 1 Ziegelei des Dominiums, 1840 unbetrieben, 17 Handwerker, 14 Händler, 1227 Merinoschafe. Hierzu:
Guhl, ein Vorwerk, 3/8 Meile im Ost-Süd-Ost und die 2 Wassermühlen a) Eisermühle, b) Höllmühle.
Muckendorf Ober- und Nieder-Muckendorf, 1366 Mokkinberg, Dorf, Regierungsbezirk Liegnitz, Oberlandesgericht Glogau, L ü b e n, Süd-Ost zu Ost 1/4 Meile, Post Kreisstadt. Landrath Biess in Lüben. Patrimonial-Gericht Criminalrath Kaulfuß zu Liegnitz, (Liegnitz-Wohlau'sche Fürstenthums-Landschaft Liegnitz III.) 23 Häuser, 1 herrschaftliches Schloß, 175 Einwohner (5 katholisch); 1 evangelische Nebenschule, vom Lehrer aus Klaptau versehen, Collator Dominium. Superintendentur Lüben II., evangelische und katholische Kirche in Lüben. 1 Windmühle, 1 Schankhaus, 4 Handwerker, 602 Rinder.
Mühlrädlitz Mühlrädlitz, hieß 1267 Miloradici, 1418 Milredicz und Mildiradicz, und nach dem Stifter der Kirche, doch ist das Stiftungsjahr unbekannt, Hans von Mohl, auch Mohlrädlitz genannt, Dorf, Regierungsbezirk Liegnitz, Oberlandes-gericht Glogau, L ü b e n, Süd-Süd-Ost 5/4 Meilen. Besitzer verehelicht von Uechtritz, geb. Gräfin von Nostitz. Patrimonial-Gericht. Justitiar Ilgner zu Liegnitz, (Liegnitz-Wohlau'sche Fürstenthums-Landschaft Liegnitz III.), 105 Häuser, 1 herrschaftliches Schloß, 1 herrschaft-liches Vorwerk, Ischerei genannt und Nord-Ost 3/8 Meile vom Dorf, 643 Einwohner (23 katholisch); 1 evangelische Mutterkirche, mit Groß-Reichen schon vor Einführung der Reformation verbunden, der Gottesdienst wird einen Sonntag hier und den andern in Groß-Reichen gehalten, eben so wechseln die Feier- und Festtage; zur Kirche und Schule gehören: Mühlrädlitz mit Ischerei, Patronat Dominium, 1 evangelische Schule, 1 Lehrer, Collator Dominium. Superintendentur Lüben II., das von Kottwitz-sche Legat, 100 Reichsthaler, auf Schulbücher, das von Nickisch 100 Reichsthaler und 2 andere à 40 Reichsthaler auf Armen-Schulgeld, katholische Kirche zu Lüben und Parchwitz. 1 Windmühle, 1 Roßmühle, 1 Ziegelei, 4 Wirths-häuser, 2 Leinwebstühle, 24 andere Handwerker, 3 Krämer, 234 Rinder, 1400 Merinoschafe. Hierzu:
2 Wassermühlen, von denen eine die Wolfsmühle heißt, und nördlich 1/4 Meile entfernt ist. Auch wird jetzt vom Dominium eine englisch-amerikanische 3-gängige Dampfmühle zur Bereitung von Dauermehl erbaut.
Neudorf Neudorf, Dorf, Regierungsbezirk Liegnitz, Oberlandes-gericht Glogau, L ü b e n, Nord-West zu West
2 3/8 Meilen, Post Polkwitz 1 Meile. Geheimer Regierungs-Rath von Massow, Kammerherr auf Neuguth. Patrimonial-Gericht Groß-Heinzendorf, Justitiar Hertel zu Glogau (Glogau-Sagan'sche Fürstenthums-Landschaft Glogau, auch landräthlich bis 1820). 59 Häuser, 1 herrschaftliches Vorwerk, 357 Einwohner (34 katholisch); evangelische Kirche zu Heinzenburg, 1 evangelische Nebenschule von Heinzenburg aus versehen, Collator Dominium. Superinten-dentur Lüben I., katholische Kirche in Herbersdorf. 1 Wirthshaus, 1 Schmiede, 1 Holzhändler, 1 Viktualien-händler, 215 Rinder, 622 Merinoschafe.
Neuhammer Neuhammer, Kotzenauer Antheil, Dorf, Regierungsbezirk Liegnitz, Oberlandesgericht Glogau, L ü b e n, Nord-West zu West 3 3/8 Meilen, Post Polkwitz. Hermann Burggraf zu Dohna, Oberlandesgerichts-Referendar und Johanniter-Ritter. Patrimonial-Gericht der Herrschaft Klein-Kotzenau, Justiz-Rath Albinus zu Kotzenau, (Liegnitz-Wohlau'sche Fürstenthums-Landschaft Liegnitz III.) 17 Häuser, 154 evangelische Einwohner, evangelische Kirche im Marktflecken Kotzenau, 1 Windmühle, 1 Kalkbrennerei, 1 Wirthshaus, 4 Handwerker. Vergleiche noch Kotzenauer Güter. Der Modlauer Antheil von Neuhammer gehört gänzlich in den Bunzlauer Kreis, nur eine Schäferei liegt noch im Lübener, doch unter Modlauer Jurisdiction.
Neurode Neurode, Kolonie-Dorf, Regierungsbezirk Liegnitz, Ober-landesgericht Glogau, L ü b e n, Süd-Süd-West 6/4 Meilen, Post Kreisstadt und Liegnitz, Kämmerei in Liegnitz, Land- und Stadtgericht Liegnitz, (Liegnitz-Wohlau'sche Fürsten-thums-Landschaft Liegnitz III.) 23 Häuser, 140 Einwohner (10 katholisch); 1 evangelische Schule nur für den Ort, 1 Lehrer, Collator Magistrat Liegnitz. Superintendentur Lüben II., evangelisch und katholische Kirche zu Kaltwasser. 2 Wirthshäuser, 3 Handwerker, 5 Händler.
Oberau Mittel-, Nieder- und Ober-Oberau, 1360 Ober, Dorf, Regierungsbezirk Liegnitz, Oberlandesgericht Glogau, (Liegnitz-Wohlau'sche Fürstenthums-Landschaft) L ü b e n, Nord-West zu West 3/4 Meile, Post Kreisstadt. Otto von Pakisch, Besitzer. Patrimonial-Gericht. Justitiar Kretschy in Lüben.
A. Mittel- und Ober-Oberau. 47 Häuser, 478 Einwohner (3 katholisch); 1 evangelische Pfarrkirche, 1 evangelische Schule, 1 Lehrer, Patronat Dominium von Ober- und Nieder-Oberau, Superintendentur Lüben I. Der evangeli-sche Pfarrer hat Wiedmuth und Decem aus Oberau, dies und Lübenwalde leisten Dienste bei Kirch- und Schulbau-ten. Ober-Gläsersdorf nur Stolgebühren. Für die Schule bestehen 2, für Arme in Oberau 1 Legat, katholische Kirche zu Ober-Gläsersdorf. 202 Rinder, 1050 Merino-schafe, 9 Handwerker, 4 Händler. Hierzu:
a) Fiebig- oder Viehweg-Mühle, Wassermühle, Ost-Nord-Ost 1/3 Meile.
b) Schindelmühle, Wassermühle, Nord-Ost zu Nord 1/4 Meile.
c) Schloßtraube, 1 Forststück.
B. Nieder-Oberau, 28 Häuser, 269 Einwohner (9 kath.); 1 Schankhaus, 1 Fleischer, 2 Holzhändler, 95 Rinder. Hierzu: Die kleine oder Simonsmühle, Wassermühle, Nord-Nord-Ost 1/5 Meile.
Ober-Gläsersdorf Ober-Gläsersdorf, Dorf, Regierungsbezirk Liegnitz, Ober-landesgericht Glogau, L ü b e n, Nord-West zu West 5/4 Meilen, Post Kreisstadt und Polkwitz 1 Meile. Polizei-District-Commissar Rabe. Patrimonial-Gericht Justitiar Wantke in Lüben (Glogau-Sagan'sche Fürstenthums-Landschaft Glogau, auch landräthlich vor 1818) 79 Häuser, 1 herrschaftliches Schloß, 665 Einwohner (270 evang.); evangelische Kirche zu Oberau, 1 evangelische Schule, die Kinder werden durch einen Präparanden unterrichtet; 1 katholische Pfarrkirche, Archipresbyterat Hochkirch, hat Pfarr-Wiedmuth und Busch, die aber noch unvermessen, wechselnd mit Adjuncte Eisemost im Gottesdienst; eben so wechseln in Berufung des Pfarrers die Dominien Ober-Gläsersdorf und Eisemost; eingepfarrt pro oneribus Gläsersdorf, Ober-, Mittel- und Nieder- mit Böckey und Krickicht. Nur pro actibus, da sie noch nichts für die Pfarre geleistet, Braunau, Klein-Krichen, Lübenwalde, Oberau und Sebnitz; außerdem siehe Eisemost. 1 katholische Schule, 1 Lehrer, Collator Grundherrschaft, eingeschult Mittel- und Nieder-Gläsersdorf, Böckey, Lübenwalde und Oberau, Inspection Liegnitz. 1 Windmühlen, 1 Roßmühle, 1 Ziegelei, 1 Holzhändler, 3 Victualienhändler, 2 Schankhäuser, 6 Handwerker, 1380 Merinoschafe, 277 Rinder. Hierzu:
a) Böckey, auch Bockey, olim Beckey, Kolonie in Ost 1/8 Meile b) Neuvorwerk, Vorwerk
Ossig Ossig, 1261 Osek, 1359 Ossek, Dorf, Regierungsbezirk Liegnitz, Oberlandesgericht Glogau, L ü b e n, Süd-Süd-Ost 1/2 Meile, Post Kreisstadt. Rittergutsbesitzer Bieß, Polizei-District-Commissar. Patrimonial-Gericht. Justitiar Kretschy in Lüben (Liegnitz-Wohlau'sche Fürstenthums-Landschaft Liegnitz). 58 Häuser, 1 herrschaftliches Schloß, 478 Einwohner (4 katholisch); 1 evangelische Pfarrkirche, erbaut 1610 durch Helena von Stosch, geb. von Rothkirch. Das älteste Kirchenbuch beginnt mit 1656, wo David Rathmann hier Pfarrer gewesen. Patronat Dominium, hat Wiedmuth und Decem, eingepfarrt und eingeschult: Ossig. 1 evangelische Schule, 1 Lehrer, Collator Grundherrschaft, Superintendentur Lüben II., kath. Kirche zu Lüben Stadt. 1 Wassermühle, 2 Gänge, 1 königliches Wegezollhaus, 1 Mühlenbauer, 7 andere Handwerker, 2 Händler, 1100 Merinoschafe, 223 Rinder.
Parchau Parchau, mit Antheil Tirlitz, Dorf, Regierungsbezirk Liegnitz, Oberlandesgericht Glogau, L ü b e n, Nord-West zu Nord 2 3/4 Meilen, Post Polkwitz 5/4 Meilen. Hermann Burggraf zu Dohna, Oberlandesgerichts-Referendar und Johanniter-Ritter. Patrimonial-Gericht der Allodium-Herrschaft Parchau, Justiz-Rath Albinus zu Kotzenau Stadt (Glogau-Sagan'sche Fürstenthums-Landschaft Glogau, auch landräthlich bis 1818) 143 Häuser, 1 herrschaftliches Schloß, 3 herrschaftliche Vorwerke im Dorf, 941 Einwohner (13 katholisch); evangelische Kirche zu Kriegheide, 1 evangelische Schule nur für den Ort, 1 Lehrer, Collator Grundherrschaft. Superintendentur Lüben I., 1 katholische Mutterkirche, Adjuncte der Pfarrkirche Herbersdorf, mit Geläute und Erbbegräbnis der Freiherrn von Kottwitzschen Familie. Auf den zugehörenden Kirchhof werden auch die Evangelischen begraben und kommt Pastor von Kriegheide hierher die Begräbnisse zu halten. Archipresbyterat Hoch-kirch, Patronat Dominium. Wiedmuth und onera siehe unter Herbersdorf. 1 Wassermühle, 4 Windmühlen, 1 Ziegelei, 3 Wirthshäuser, 29 Handwerker, 9 Händler, 530 Merino-schafe. Ein Theil des Orts, inclusiv Antheil Tirlitz, heißt die große Seite und liegt rechts der Sprotta, wo auch das Schloß, die katholische Kirche und 2 Vorwerke; der andere Theil links der Sprotta heißt die kleine Seite, wo 1 Vor-werk, beide waren früher 2 Gemeinden, sind aber jetzt unter einem Ortsgericht vereinigt. Hierzu werden statistisch gerechnet:
Die Parchauer Teichhäuser, oder der Parchauer Teich. Sie gehörten nie in den Glogauer, sondern stets zum Lübner Kreise, bestehen aus 2 Dominium-Vorwerken und 5 Rustikal-Stellen, die früher nur herrschaftliche Häuser von Arbeitern waren, jetzt aber erbliches Eigenthum der Inhaber sind, jedoch nicht zum Gemeindeverband von Parchau gehören, in dem die Interessen der Parchauer Teichhäuser noch von dem Dominium wahrgenommen werden.
Parchauer Teichhäuser, Pertinenzien von Parchau, Kreis Lüben.
Petersdorf Petersdorf, Dorf, Regierungsbezirk Liegnitz, Oberlandes-gericht Glogau, L ü b e n, Nord-Nord-West 6/4 Meilen, Post Polkwitz 1 Meile (1826 Kaufpreis 6700 Reichsthaler) Gutsbesitzer Fiedler, Schiedsmann. Patrimonial-Gericht, Justitiar Wantke in Lüben (Glogau-Sagan'sche Fürsten-thums-Landschaft Glogau, auch vor 1818 landräthlich). 21 Häuser, 140 Einwohner (30 katholisch); evangelische Kirche zu Pilgramsdorf; katholische Kirche zu Hochkirch, Kreis Glogau. 1 Windmühle, 1 Forsthaus, 1 Wirthshaus, 3 Handwerker. Hierzu:
Friedrichswalde, Kolonie, West-Süd-West 3/8 Meile, von Lüben Nord-West zu Nord 1 5/8 Meilen, Post Polkwitz 1/2 Meile. 16 Häuser, 101 Einwohner (9 katholisch); evangelische und katholische Kirche zu Polkwitz Stadt. 1 königliches Wegezollhaus an der Straße von Lüben nach Polkwitz. 1 Ziegelei, 1 Gasthaus, 1 Korbmacher, 1 Dachdecker.
Petschkendorf Petschkendorf, 1287 Peschendorf, Dorf, Regierungsbezirk Liegnitz, Oberlandesgericht Glogau, (Liegnitz-Wohlau'sche Fürstenthums-Landschaft) L ü b e n, Süd zu Süd-Ost 7/8 Meile, Post Kreisstadt. Gutsbesitzer Beloch. Justitiar Kretschy zu Lüben. 53 Häuser, 1 herrschaftliches Schloß, 481 Einwohner (8 katholisch); 1 evangelische Pfarrkirche, deren frühe Stiftung unbekannt, 1587 war Romanus Kittel evangelischer Pfarrer, die Kirche und die Schule wurden im 30jährigen Kriege niedergebrannt. Die Kirchenbücher gehen zurück bis 1654, die Kirche abermals niedergebrannt 1725 den 11. Juli, durch Blitz, ward durch Christian Bauer von Bergfeld, kaiserlicher Rittmeister, dauerhaft und schön wieder erbaut und wahrscheinlich 1727, am Tage Simon Judä geweiht. Patronat Dominium, Pfarre hat Wiedmuth und Decem, zur Kirche und Schule mit 1 Lehrer gehört nur Petschkendorf. Superintendentur Lüben II. Katholische Kirche zu Lüben Stadt. 2 Wassermühlen, 1 Thiermühle, 1 Brauerei und Brennerei, 3 Wirthshäuser, 12 Handwerker, 2 Krämer, 1100 Merinoschafe, 191 Rinder. 1822 ist auf der hiesigen Feldmark ein Heiden-Begräbniß entdeckt worden. Mergel und Torf werden gefördert.
Pilgramsdorf Pilgramsdorf, Dorf, Regierungsbezirk Liegnitz, Oberlandes-gericht Glogau, (Liegnitz-Wohlau'sche Fürstenthums-Landschaft) L ü b e n, Nord 1 5/8 Meilen, Post Raudten 1/2 Meile. Hauptmann Michael Vellay, Ritter der Ehren-legion. Patrimonial-Gericht, Justitiar Kretschy zu Lüben. 58 Häuser, 1 herrschaftliches Schloß, 394 Einwohner (katholisch 16); 1 evangelische Pfarrkirche, gegründet vor der Reformation; der erste evangelische Geistliche war Sebastian Schubart aus Kulmbach, 1562, Patronat Dominium, eine Pfarrwiedmuth, Decem; eingepfarrt pro oneribus Pilgramsdorf, pro actibus Barschau, Petersdorf und im Kreis Glogau: Dammer, Gemeinde Grögersdorf, Kummernik, Gemeinde Suckau und Tarnau. 1 evangelische Schule, gegründet mit der Kirche, nur für den Ort, 1 Lehrer, Collator Grundherrschaft, 10 Kinder gehen durch Legate frei, (Superintendentur Lüben I.), katholische Kirche zu Raudten Stadt. 2 Wassermühlen, 3 Wirths-häuser, 1 Ziegelei, 8 Handwerker, 2 Händler, 810 Merino-schafe, 154 Rinder.
Plätscherdorf Plätscherdorf, Kreis Lüben, auch Plätschermühle,
Theil von Groß-Kotzenau
Plätschermühle, Kreis Lüben, Wassermühle und Dorf-Antheil von Groß-Kotzenau
Pohlach Pohlach, 1580 Polach, Dorf, Regierungsbezirk Liegnitz, Oberlandesgericht Glogau, L ü b e n, Nord 7/4 Meilen, Post Raudten 1/4 Meile. Gräflich Campaninisches Fräulein-Stift zu Barschau, (z. Z. Äbtissin Frau Baronin von Rottenberg, geb. Gräfin von Matuschka). Patrimonial-Gericht Barschau, Justitiar Langer in Glogau, auch criminaliter (Liegnitz-Wohlau'sche Fürstenthums-Landschaft Raudten, vor 1817 Kreis Steinau-Raudten). 25 Häuser, 166 Einwohner (13 katholisch); evangelische und katholische Kirche zu Raudten Stadt. 1 evangelische Schule nur für den Ort, besorgt vom Lehrer aus Barschau, Collator Dominium, (Superintendentur Steinau II. oder Raudten). 1 Wasser-mühle, 1 Schmiede, 1 Wirthshaus, 1 Schneider, 616 Merinoschafe.
Queißen Queißen, 1280 Gwizdawon, Dorf, Regierungsbezirk und Oberlandesgericht Breslau, (Liegnitz-Wohlau'sche Fürsten-thums-Landschaft) S t e i n a u, West zu Nord-West 2 1/8 Meilen, Post Raudten; königlich (Rent-Amt Steinau), sonst fürstbischöflich, civil und criminaliter pro fisco. Stadt-Gericht Raudten und Köben zu Raudten, gehörte ehemals zur Bisthums-Landschaft und deren Halt-Preichau. 24 Häuser, 1 Freischoltisei, 122 Einwohner (evangelisch 33); 1 katholische Pfarrkirche, (Archipresby-terat Preichau), Patronat königlich und fürstbischöflich, hat Pfarrwiedmuth und Wald. Von den pro oneribus Eingepfarrten geben Queißen, Groß-Gaffron und Steidel-witz Decem, für Klein-Gaffron und Weißig ruht derselbe; auch gehören Kammelwitz und Urschkau mit Briese zur Pfarrgemeinde. 1 katholische Schule der Eingepfarrten, 1 Lehrer, Collator königlich und fürstbischöflich. Inspection Steinau. Das Schulhaus neu und massiv seit 1842. Evangelische Kirche zu Klein-Gaffron; 1 Wassermühle, außerhalb (2 Gänge), 1 Krämer, 1 Haus. (?), 1 Tischler, 1 Schmied.
Radeckerei Radeckerei, Etablissement zu Nieder-Gläsersdorf, Kreis Lüben gehörend.
Raudten Stadt Raudten, königliche Stadt, Regierungsbezirk und Ober-landesgericht Breslau, Fürstenthum Steinau-Wohlau, West-Nord-West 11 Meilen; Kreis S t e i n a u, (auch Steinau-Raudten genannt), West-Nord-West 2 Meilen; offen, doch mit 3 Ausgängen, genannt das Glogauer, Polkwitzer und Steinauer Thor und 3 gleichnamigen Vorstädten vor diesen. Auch gehören einige Possessionen des an die Polkwitzer Vorstadt stoßenden Ortes Schmohl, genannt der Stadtschmohl, unter die Jurisdiktion der Stadt. Diese übt das vereinigte königliche Stadtgericht für Köben und Raudten zu Raudten; Civil pro Fisko, Criminaliter pro Stadt-Kommune Raudten. 1 königliche Post-Expedition des Post-Amtes Lüben; königliche Polizeibehörde der Magistrat. 1 Rathhaus mit Wacht und Keller und die Häuser des sehr freundlichen Ringes sind 1771 auf könig-liche Kosten erbaut. Die Versammlung der Stadtverordne-ten zählt 12 Glieder; der Kämmerei-Etat für 1844 betrug 1950 Reichsthaler. Das Hospital verursacht 323, die sonstige Armenpflege 150 Reichsthaler Kosten; ihre Schulden hat die Stadt 1843 gänzlich abgebürdet. Sie entrichtete Grundzins an das Domain-Amt Wohlau, an welches auch die beäckerten Bürger jährlich 68 Scheffel Hafer abzuführen haben.

1 evangelische Pfarrkirche, (das Diakonat, jetzt mit dem Pastorat vereinigt) und Pastor Superintendent für den Kirchenkreis Raudten oder Steinau II. 1 evangelische Begräbnißkirche vor dem Polkwitzer Thore; Patron beider königlich; Pfarr-Wiedmuth ist bei der Stelle, der Pfarrbusch ist am 10. März 1845 der Bestimmung der königlichen Regierung zufolge meistbietend versteigert worden. Eingepfarrt sind: Stadt und Burglehn Raudten, Brodelwitz, das Dominium nebst Mühlen und einigen Stellen und im Lübener Kreis: Pohlach. Diese Eingepfarrten sind zu Dezem und Baulichkeiten verpflichtet. 1 evangelische Knabenschule mit 1 Lehrer, 1 evangelische Mädchenschule mit 1 Lehrer, Collator beider Schulen Magistrat; einge-schlossen: Stadt und Burglehn Raudten nebst Brodelwitz. 1 evangelisches Pfarrhaus, 1 katholische Kuratial-Pfarr-kirche, (unter ihr die evangelische Schule für Knaben und Mädchen). Die katholische Kirche hat keine Wiedmuth, auch Dezem wird nicht gegeben; Fiskus trägt alle Lasten.

Eingepfarrt sind: Raudten Stadt, Raudten Burglehn, Brodelwitz, Klischau mit Gäblitz, Mlietsch, Thielau, Töschwitz zum Theil, Wandritsch und im Lübener Kreis: Pilgramsdorf, Pohlach und Groß-Riemersdorf. 1 katholische Schule, 1 Lehrer (zur Miethe), eingeschlossen: Raudten Stadt und Burglehn und Brodelwitz. (Archipresbyterat Preichau, Schulen-Inspektion Steinau); Patronat der katholischen Kirche und Schule königlich. 1 Hospital für 5 Männer und Frauen und eine Wirthin. 1 Reitbahn, 1 Brau- und Malzhaus, 1 Brennerei, 2 Wassermühlen, 1 Windmühle,; in Allem 190 Wohnhäuser, 135 Ställe, Scheuern und Schoppen; 1217 Einwohner (evangelisch 1000, katholisch 213, jüdisch 4); oder 580 männlich, 637 weiblich; in 240 Ehen, oder 209 bürgerlichen, 138 schutzverwandten Hausständen.

Deren Nahrung geringer Handwerksbetrieb durch 110 Meister und sind keine frühern Handwerksberechtigun-gen für ablösungsfähig erklärt. Ackerbau und Viehzucht auf 25 Magdeburger Hufen. (247 Rinder und 52 Pferde werden gehalten.) Weberei nur auf 9 Stühlen zu Leinwand und Wolle; 1 Wollspinnerei mit 160 Spindeln zu Streich-garn; unbedeutender Handel durch 12 Kaufleute und 16 Klein-, 8 Holzhändler. 5 Kram- und Viehmärkte und 1 Wochenmarkt am Sonnabend werden gehalten. 1 Apo-theke, 1 Färber, 4 Gast-, 2 Wirths-, 12 Schankhäuser, 2 Destillationen. Röhren aus der Ferne her bewässern die Stadt. Raudten stand schon um 1300 und die Treue der Raudtner half 1303 ihrem Herzog Konrad Köberlein aus der Gefangenschaft seines Bruders Herzog Heinrich III. von Glogau. 1409 bestätigte Herzog Konrad III. zu Oels und Kosel den Verkauf der Erbvogtei an die Stadt. 1527 erfolgte die Verleihung des Jahrmarkts am Sonnabend in der ersten Fasten-Woche durch Herzog Friedrich von Liegnitz, Brieg und Wohlau. 1631 und 1633 tötete Pest die Hälfte der Bewohner. 1642 wie 1644 brannten plündernde Schweden, 1758 Russen die Stadt nieder.
Raudten Burglehn Burglehn Raudten, 1514 Burglehen zum Raudenn, Schloß und Zubehör, Regierungsbezirk und Oberlandesgericht Breslau, S t e i n a u, Nord-West zu West 2 Meilen, Post Raudten Stadt, dicht an; Gutsbesitzer Schönitz; Patrimonial-Gericht, auch criminaliter, Justitiar Kretschy in Lüben. (Liegnitz-Wohlau'sche Fürstenthums-Landschaft Raudten.) (18000 Reichsthaler Kaufpreis 1833) Evangelische und katholische Kirche zu Raudten. Hierzu:
Schmohl, 1456 Smoln, Dorf, im Zusammenhange liegend. Zusammen 15 Häuser, exclusiv der 4 Vorwerke in Schmohl, deren Besitzer stets Bürger der Stadt Raudten sind. 124 Einwohner (30 katholisch) 1 Dominialbrennerei, 1 Rustikalbrennerei, 1 Ziegelei und 1 Vorwerk, 2 Wasser-mühlen, a) Latzmühle, b) Schmohlmühle, beide waren früher Tuchwalken und gehörten dem königlichen Domain-Amt Wohlau.
Freigut oder Primkerei Raudten, liegt in der Glogauer Vorstadt der Stadt Raudten, Regierungsbezirk und Oberlandesgericht Breslau, S t e i n a u, Nord-West 2 Meilen; Gutsbesitzer Umlauf; 1 Haus, 12 Einwohner (6 katholisch); evangelische und katholische Kirche zu Raudten.
Rodehäusler und Rodemühle Rodehäusler und Rodemühle, 5 Häuser und 1 Wassermühle gehören zu Dittersbach, Kreis Lüben.
kotzenau.html
Sabitz Sabitz, Dorf, Regierungsbezirk Liegnitz, Oberlandesgericht Glogau, L ü b e n, West zu Süd-West 7/4 Meilen, Post Kreisstadt; Karl Freiherr von Czettritz und Neuhaus; Patrimonial-Gericht, Oberlandesgerichts-Assessor Liebig zu Hainau. (Liegnitz-Wohlau'sche Fürstenthums-Landschaft Liegnitz III.) 57 Häuser, 415 evangelische Einwohner, evangelische Kirche zu Sebnitz. 1 evangelische Schule, wozu Spröttchen, 1 Lehrer, Collator Grundherrschaft, Schulstiftung 40 Reichsthaler, deren Zinsen auf Schulgeld Armer, (Superintendentur Lüben I.), katholische Kirche zu Kaltwasser. 2 Wassermühlen, deren eine Hasenmühle genannt wird und Nord-Ost 1/4 Meile vom Dorf liegt. 2 Windmühlen, 2 Wirthshäuser, 5 Handwerker, 1 Krämer. 900 Merinoschafe.
Samitz Samitz, Dorf, Regierung Liegnitz, Oberlandesgericht Glogau, (Liegnitz-Wohlau'sche Fürstenthums-Landschaft) L ü b e n, Süd-West zu West 1/16 Meile, Post Kreisstadt; königliche Domain-Rendantur Lüben-Parchwitz; Land- und Stadtgericht Lüben. 12 Häuser, inclusiv 3 Freigärtner, 106 Einwohner (1 katholisch); evangelische und katholi-sche Kirche zu Lüben. 1 Windmühle, 1 Wirthshaus, 1 Maschine zu Streichgarn mit 40 Spindeln, 5 Handwerker, 1 Höcker.
Schwarzau Schwarzau, (in Urkunden nigra villa) und 1360 Swarcza genannt, Dorf, Regierungsbezirk Liegnitz, Oberlandes-gericht Glogau, L ü b e n, Ost zu Süd-Ost 7(7 Meilen, am Kalten Bach, Post Kreisstadt; Landesältester und Ritter-gutsbesitzer von Nickisch-Rosenegk, (4 Brüder); Patrimonial-Gericht, Justitiar Kretschy zu Lüben, (Liegnitz-Wohlau'sche Fürstenthums-Landschaft), 69 Häuser, 1 Schloß, 452 Einwohner (2 katholisch); 1 evangelische Pfarrkirche, 1251 ward hier 1 Pleban angesetzt, 1530 die Reformation eingeführt, und der evangelische Gottesdienst von da an nie unterbrochen, von 1587 an können alle Pastoren genannt werden, 1637 wanderte wegen Krieg und elender Zeit Augustin Cäsar aus Greifenberg als Pastor nach Jänkendorf in der Lausitz aus, und der Gottesdienst ward bis 1653 vom Pastor aus Dittersbach versehen. 1794 brannte die Kirche nebst Pfarrgebäuden, da der Blitz in den herrschaftlichen Hof einschlug, mit ab, ward nun ganz massiv, sehr freundlich und regelmäßig wieder erbaut und geweiht 1797 den 30. Juli, die Pfarre hat Wiedmuth, Decem und Busch, Patronat Dominium, eingepfarrt und eingeschult: nur Schwarzau. 1 evangelische Schule, 1 Lehrer, Collator Grundherrschaft, (Superintendentur Lüben II.) Von den Interessen der 100 Reichsthaler Legat des Freiherrn von Kottwitz auf Schulbedarf, bekommt Klaptau 1/3, Schwarzau 2/3, desgleichen 800 Reichsthaler Legat der Gräfin von Zedlitz, für Arme in Schwarzau und Klaptau. Katholische Kirche zu Lüben. 1 Wassermühle (2 Gänge), 1 Spritzenhaus, 2 Wirthshäuser, 2 Leinweb-stühle, 7 andere Handwerker, 2 Händler, 234 Rinder, 1000 Merinoschafe. Von den vielen Fischteichen früherer Zeit, bestehen nur noch einige unbedeutende. Auch ist hier 1774 den 18. December Gottlieb Ludwig Michael Sabarth geboren, Ober-Regierungs-Rath, Mitglied des Consistoriums und Ritter des rothen Adler-Ordens, starb zu Breslau.
Seebnitz Seebnitz, auch Sebnitz, beim Volk "die Sebnitz" genannt, 1363 Zewicz, Dorf, Regierungsbezirk Liegnitz, Oberlandes-gericht Glogau. L ü b e n, West-Süd-West 2 Meilen, Post Kreisstadt, Polkwitz und Hainau, jedes 2 Meilen, Zubehör der Herrschaft Klein-Kotzenau; Hermann, Burggraf zu Dohna; königlicher Oberlandesgerichts-Referendar und Johanniter-Ritter. Patrimonial-Gericht Klein-Kotzenau, auch criminaliter, Justiz-Rath Albinus zu Kotzenau. (Liegnitz-Wohlau'sche Fürstenthums-Landschaft Liegnitz III.) Als Theile werden gegenwärtig unterschieden: Ober-Sebnitz, Mittel-Sebnitz, Sebnitz und Nieder-Sebnitz; früher bestanden 5 Dominien, deren 2 in Ober-Sebnitz; diese nebst den zugehörigen Gemeinden hießen nach dem adligen Besitzer: Ober-Sebnitz-Rothkirch und Ober-Sebnitz-Glaubitz, oder wie es im Hypothekenbuche heißt: Antheilgut Ober-Sebnitz. Zu ersterem gehörten 3 Bauern, 9 Gärtner, 5 Ackerhäusler und 2 Leerhäusler.

Das Dominium Ober-Sebnitz-Glaubitz ist aber schon seit längerer Zeit, was die Gebäude betrifft, spurlos verschwunden und seine Ländereien sind zu dem Dominium Ober-Sebnitz-Rothkirch geschlagen, welches auch jetzt noch Rothkirchhof heißt. Mittel-Sebnitz besteht aus 1 Dominium, der Zimmerhof genannt, nach einem früheren Besitzer von Zimmermann, 7 Bauern, 13 Gärtner, 10 Acker- und 4 Leerhäusler. Sebnitz begreift 1 Dominium, Niekrisch-Sebnitz, nach einem früheren Besitzer von Niekrisch genannt. 4 Bauern, 13 Gärtner, 13 Ackerhäusler, 13 Leerhäusler. Nieder-Sebnitz enthält 1 Dominium, nach einem frühern Besitzer von Gladis, auch Gladis-Seebnitz genannt, 1 Bauergut, 7 Gärtner, 6 Ackerhäusler, 2 Leerhäusler. Sämmtliche Dominien gehören schon seit 100 Jahren dem Besitzer der Herrschaft Klein-Kotzenau, daher einem Besitzer. Auch steht ganz Seebnitz unter einem Scholzen und zählt 172 Häuser, 1191 Einwohner (katholisch 16); 1 evangelische Pfarrkirche nebst Schule und Pfarrhaus, steht auf den Grundstücken theils von Seebnitz, theils von Nieder-Sebnitz; weshalb auch Kirch- und Schulpatronat eigentlich nur auf diesen beiden Dominien ruht. Die Gründung der Kirche, die ursprünglich katholisch war, ist unbekannt, eben so das Jahr, wenn sie der Reformation beigetreten.

Die Pfarre hat Wiedmuth und Decem. Eingepfarrt pro oneribus sind:
a) ganz Seebnitz nebst Kolonie Blankehaide;
b) Dominium und Gemeinde Grenze;
c) Dominium und Gemeinde Groß-Kotzenau nebst Sandt;
d) Dominium und Gemeinde Krebsberg;
e) Gemeinde Michelsdorf nebst Hinterecke;
f ) Dominium und Gemeinde Sabitz;
g) Dominium und Gemeinde Spröttchen nebst Neu-Spröttchen.
Eine eigenthümlich milde Stiftung aus alter Zeit, bei dieser Kirche ist der sogenannte "Brotaltar", ein kleiner Altar hinter dem Hauptaltare. Was hier Kirchgängerinnen und Brautleute freiwillig an Geld und Brot opfern, genießen 8 notorisch Arme: 5 aus Seebnitz, 1 aus Grenze, 1 aus Sabitz und 1 aus Spröttchen. Bestimmt erhalten dieselben außerdem 1 Reichsthaler von einer Stiftung und 1 1/2 Scheffel Korn jährlich von jedem der folgenden Dominien: Nieder-Seebnitz, Seebnitz, Mittel-Seebnitz, Ober-Seebnitz, Grenze, Sabitz und Spröttchen. Zur evangelischen Schule mit 1 Haupt- und 1 Hilfslehrer und 2 Schulstuben sind eingeschult ganz Sebnitz mit Kolonie Blankehaide. Schullegate: a) 100 Reichsthaler, deren Zinsen auf Winterkleider Armer, b) 50 Reichsthaler zu Bücherprämien für 2 fleißige vaterlose Waisen, bei der Prüfung. (Superintendentur Lüben I.) Katholische Kirche zu Ober-Gläsersdorf und Kaltwasser. Ferner bestehen: 6 Wirthshäuser, 2 Brennereien, 2 Leinwebstühle, 42 andere Handwerker, 3 Händler, 7 Krämer, 1894 Merinoschafe, 419 Rinder, 6 Windmühlen, von denen eine wegen ihres Ganges die Linksmühle heißt. Bemerkenswerth ist, daß am Sonntage nach dem Gottesdienst auf dem Platze nahe der Kirche, welcher Ring genannt wird, ein kleiner Markt statt findet, der am Sonntage vor Weihnachten am bedeutendsten ist und der Christ- oder Kindelmarkt genannt wird. Seebnitz hat keinen eignen Wald, aber bedeutende Gerechtsame in der Kotzenauer Heide, an deren Ablösung gearbeitet wird. Endlich gehört noch zu Seebnitz: Blankehaide, Kolonie, Nord 1/4 Meile, wo 1 Dominiums-Vorwerk und 6 herrschaftliche Kolonistenhäuser.
Sperlingsmühle Sperlingsmühle, Sperlingsmühle, Wassermühle von Braunau, Kreis L ü b e n, 1843 durch Mühlenmeister Wermuth vom J. E. Dienst für 2300 Reichsthaler erkauft.
Spröttchen Spröttchen, 1409 Sprotchin, Dorf, Regierungsbezirk Liegnitz, Oberlandesgericht Glogau, Lüben, West-Süd-West 6/4 Meilen, Post Kreisstadt; Theresia, Gräfin von Hoyos, geb. Gräfin Schlabrendorf; Patrimonial-Gericht, Justitiar Wantke [Druckfehler im Original!]zu Lüben, (Liegnitz-Wohlau'sche Fürstenthums-Landschaft Liegnitz III.) 42 Häuser, 1 herrschaftliches Schloß, 321 Einwohner (11 katholisch); evangelische Kirche zu Seebnitz, katholische Kirche zu Kaltwasser. 1 Windmühle, 3 Wirthshäuser, 1 Leinwebstuhl, 5 andere Handwerker, 2 Krämer, 765 Merinoschafe, 106 Rinder, und es entspringt die Sprotta aus dem das Schloß noch umgebenden Wallgraben. Hierzu:
Neu-Spröttchen, Kolonie, West-Süd-West 1/8 Meile, begreift 1 Forsthaus und 4 andere Häuser mit fortlaufenden Nummern des Hauptorts.
Talbendorf Ober- und Nieder-Talbendorf, Dorf, Regierungsbezirk Liegnitz, Oberlandesgericht Glogau, (Liegnitz-Wohlau'sche Fürstenthums-Landschaft) L ü b e n, Nord-Ost zu Ost 3/4 Meile, Post Kreisstadt; verwitwete Frau Hauptmann von Lüttwitz, geb. von Kreckwitz; Patrimonial-Gericht Justitiar Kretschy zu Lüben. 33 Häuser, 1 Schloß, 2 herrschaftliche Vorwerke, 258 Einwohner (5 katholisch); evangelische Kirche zu Alt-Raudten, Kreis Steinau, 1 evangelische Schule nur für den Ort und 1 Kirchhof am Ort, 1 Lehrer, Collator Grundherrschaft, (Superintendentur Steinau II. oder Raudten) Katholische Kirche zu Lüben Stadt. Schule hat 2 Legate, a) von 400, b) von 100 Reichsthalern. Im hiesigen Forst wird schon seit 100 Jahren die Walkererde von dem Lübner Tuchfabrikanten-Mittel gegraben.
Thiemendorf Thiemendorf, 1304 Tymendorff, Dorf, Regierungsbezirk und Oberlandesgericht Breslau, (Liegnitz-Wohlau'sche Fürstenthums-Landschaft) S t e i n a u, Nord-West zu West 5/8 (7/8) Meilen, Post Kreisstadt, königl. (Domainen-Amt Leubus), die Gemeinde zinst dem Domain-Rent-Amt Steinau; sonst Stift Leubus, civil. u. crim. pro fisco. Land- und Stadtgericht Steinau. 118 Häuser, 1 Freischoltisei, 858 Einwohner (evangelisch 332); 1 evangelische Pfarrkirche, (Superintendentur Steinau II oder Raudten), Patron königl., hat große Wiedemuth, eingepfarrt nur Thiemendorf. 1 evangelische Schule nur für den Ort, 1 Lehrer, Collator königl., 1 katholische Pfarrkirche, erbaut 1709 vom Prälaten des Stifts Leubus, Ludwig Bauch, weil die frühere Pfarrkirche seit der Reformation evangelisch, ( Archipresbyterat Preischau), Patron königl. und fürstbischöflich. Die Pfarrgemeinde Thiemendorf und ein Antheil an Töschwitz ist ohne Beihilfe des Patrons zu allen Kirch- und Pfarrbauten verpflichtet. Der Pfarrer erhält keinen Decem und ist die Pfarre dotirt. Zu ihr gehören circa 12 Scheffel Aussaat, die von der Gemeinde unentgeltlich durch alle Furchen bestellt werden müssen und 3 Viehwegen. Das Pfarrhaus neu seit 1841. 1 katholische Schule, nur für den Ort, 1 Lehrer, 1 Hilfslehrer, Collator königl. und fürstbischöfl., (Inspektion Steinau). 1 Brauerei und Brennerei, 1 Wassermühle, Krötenmühle genannt, 8 Windmühlen, 2 Oelmühlen, 1 Ziegelei des Erbscholzen Kättner (brannte nur zu eignem Bedarf). 10 Leinweberstühle, 25 Handwerker, 6 Händler, 1550 Merinoschafe.
Töschwitz Töschwitz, 1499 Thoschwiz, Dorf, Regierungsbezirk und Oberlandesgericht Breslau, S t e i n a u, Nord-West zu West 6/4 Meilen, Post Raudten; verwitwete Hauptmann von Johnston, Augustine Wilhelmine Christine geb. von Lüttwitz; Patrimonial-Gericht, auch criminaliter, Land- und Stadt-Richter Nitschke in Polkwitz. (Liegnitz-Wohlau'sche Fürstenthums-Landschaft Raudten). (33,650 Reichsthaler Kaufpreis 1840). 64 Häuser, in 48 Possessionen, 1 herr-schaftliches Schloß, 2 Vorwerke, 457 Einwohner (katholisch 20); evangelische Kirche theils zu Thiemen-dorf, größtentheils aber zu Alt-Raudten, wohin auch das Dominium eingepfarrt. 1 evangelische Schule nur für den Ort, 1 Lehrer, Collator Dominium, (Superintendentur Steinau II. oder Raudten), Revisor Parochus in Alt-Raudten; katholische Kirche zu Raudten Stadt, für einen Theil der Gemeinde zu Thiemendorf. 1 Brennerei, 2 Windmühlen, 1 Dominiums-Ziegelei (24425 Dach- und Mauerziegel), 4 Leinwebstühle, 7 andere Handwerker, 6 Händler, 1200 Merinoschafe.
Weinberghäuser Weinberghäuser, Kolonie von Friedrichshuld, mit diesem
zu Koßlitz, Kreis Lüben gehörend.
Wengeln Wengeln, 1442 Wengelau, Dorf, Regierungsbezirk Liegnitz, Oberlandesgericht Glogau, L ü b e n, West-Nord-West 3 1/4 Meilen, Post Polkwitz 7/4 Meilen; Gutsbesitzer Bürger; Patrimonial-Gericht, Justitiar Rath Albinus zu Kotzenau. (Glogau-Sagan'sche Fürstenthums-Landschaft Sprottau, auch landräthlich bis 1818). 51 Häuser, 306 Einwohner (6 katholisch); evangelische Kirche zu Kriegheide, katholische Kirche zu Weissig, Kreis Sprottau, Parochie Primkenau. 1 Windmühle, 2 Wirthshäuser, 8 Handwerker, 2 Krämer, 748 Rinder.
Hierzu: Mühlheide, Kolonie, West 1/4 Meile.
Würtsch-Hölle Würtsch-Hölle, oder Würtsch nebst Hölle, auch Würtsch-Hölle, 1358 Wirczen, 1414 Wirtschin, Dorf, Regierungs-bezirk Liegnitz, Oberlandesgericht Glogau, L ü b e n, Süd-West zu Süd 7/4 Meilen, Besitzer Amts-Rath von Raumer, vor 1810 Kloster Wahlstatt, dann königlich, bis es von Raumer erworben; Land- und Stadtgericht Liegnitz. (Liegnitz-Wohlau'sche Fürstenthums-Landschaft Liegnitz III.) 62 Häuser, 1 herrschaftliches Vorwerk, 386 Einwohner (50 katholisch); evangelische und katholische Kirche zu Kaltwasser. 1 Wassermühle, 1 Windmühle, 2 Wirthshäuser, 8 Handwerker, 3 Händler, 1009 Merinoschafe, 207 Rinder. Bedeutende neue Hopfenplantage, der 1839 angelegte Hopfengarten gab 1841 90 Centner Hopfen und 1842 die Senker zu mehreren neuen Gärten in- und außerhalb der Provinz. 1 Ziegelei des Dominiums, die ausgezeichnetes Fabrikat liefert, 1 königliche Försterei. Weinbau auf dem wieder hergestellten, schon zur Klosterzeit bestandenen und noch vergrößerten Weinberge.
Zedlitz Zedlitz, Sedlez, 1257 deutsches Recht, 1392 Czedlicz, Dorf, Regierungsbezirk und Oberlandesgericht Breslau, (Liegnitz-Wohlau'sche Fürstenthums-Landschaft) S t e i n a u, West zu Süd-West 1 1/8 Meile, Post Kreisstadt und Lüben; Landrath und Landesältester Baron von Wechmar; (Fidei-Commiß); Patrimonial-Gericht, auch criminaliter Justitiar Kretschy in Lüben. 69 Häuser, 1 herrschaftliches Schloß, 2 Vorwerke, 622 Einwohner (katholisch 12); 1 evangelische Pfarrkirche, hat Wiedmuth, eingepfarrt nur Zedlitz, (Superintendentur Raudten oder Steinau II., doch nur für die Lebensdauer des emeritirten Pastors, Superintendenten Herrn Hering, künftig Steinau I.) 1 evangelische Schule nur für den Ort, 1 Lehrer, Patronat für beide Grundherrschaften. Katholische Kirche zu Lüben Stadt. 1 Brennerei, 1 Windmühle, 1 Roßmühle, 1 Runkelrüben-Zuckerfabrik, 4 Leinwebstühle, 15 andere Handwerker, 5 Händler.
Ziebendorf Ziebendorf, hieß 1358 Czobgirdorf, Dorf, Regierungsbezirk Liegnitz, Oberlandesgericht Glogau, L ü b e n, Nord-Ost 3/4 Meile, Post Kreisstadt; Oberamtmann Rothenbach; Patrimonial-Gericht, Justiz-Rath Wantke zu Lüben, (Liegnitz-Wohlau'sche Fürstenthums-Landschaft Liegnitz). 59 Häuser, 420 Einwohner (1 katholisch); 1 evangelische Schule nur für den Ort, 1 Lehrer, Collator Grundherrschaft, (Superintendentur Lüben II.) (22 Reichsthaler Legat-Kapital); evangelische und katholische Kirche zu Lüben. 1 Wassermühle (2 Gänge), 1 Windmühle, 1 Wirthshaus, 3 Leinwebstühle, 14 andere Handwerker, 3 Händler, 163 Rinder, 700 Merinoschafe.